Stiftung erforscht Modellregion Wittenberge

Wie kann man die Abwanderung junger Menschen und Familien verhinder? Foto: ddp
Wie kann man die Abwanderung junger Menschen und Familien verhinder? Foto: ddp

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27. Oktober 2011, 07:01 Uhr

Wittenberge | Wie kann Schule dazu beitragen, die Abwanderung junger Menschen auf Dauer einzudämmen? Das ist die Kernfrage des Projektes "Landwärts - Bildung im ländlichen Raum" der Friedrich-Naumann-Stiftung. Gemeinsam mit seinen Stipendiaten versucht sie Antworten auf Fragen zu finden, wie Bildungschancen verbessert werden können. Das Projekt wird bundesweit in verschiedenen ländlich geprägten Regionen durchgeführt. Als bislang einzige Modellregion Brandenburgs wählten die Stipendiaten Wittenberge aus.

"Im strukturschwachen ländlichen Raum werden die Folgen des natürlichen Bevölkerungsrückgangs noch durch Abwanderung verstärkt", heißt es in der Projektbeschreibung. Hinzu kommt; je besser Schüler ausgebildet werden, desto eher verlassen sie ihre Heimat. Das habe das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung untersucht und bewiesen, sagte Martin Hoeck von der Friedrich-Naumann-Stiftung und fasst zusammen. "Wir müssen also Lösungen finden, wie wir diese jungen Leute zurück in die Region holen können, wenn sie für ihre Berufsausbildung diese verlassen.

Es geht aber auch darum, die Schüler zu motivieren ihrer Heimat gar nicht erst den Rücken zu kehren, sondern ihre Berufsausbildung hier zu absolvieren. Die Stiftung, die der FDP nahe steht, sucht liberale Lösungen.

Innerhalb des Projektes führten die Studenten bereits Interviews mit verschiedenen Akteuren in der Elbestadt durch. Unter anderem mit Andreas Giske, Schulleiter des Marie-Curie-Gymnasiums. Viele Schulabgänger mit Abi in der Tasche gehen zwar für ein Studium weg. Aber: "Je besser die schulische Ausbildung der Schüler ist, desto eher prüfen diese später die Möglichkeit, in die Heimat zurückzukommen", greift der Direktor auf. Beispielsweise, so sinniert er, indem sie später ihr Knowhow nutzen und eine Firma in ihrer Heimat gründen. Schulen - nicht nur Gymnasien - müssten und könnten den Grundstein dafür legen.

"Wir investieren in unsere Jahrgänge", so Giske. Dass sich das auszahlt, zeigt das Beispiel zweier Referendarinnen, die derzeit am Gymnasium unterrichten. Beide absolvierten hier ihr Abitur. Dank des persönlichen Engagements des Schulleiters dürfen sie ihre praktische Ausbildung an ihrer Heimatschule absolvieren - und würden gerne dauerhaft bleiben, so Giske.

Um Vernetzungsmöglichkeiten mit Firmen und Vereinen, um Lösungsvorschläge und Wege geht es in einer Podiumsdiskussion am 23. November im Gymnasium Wittenberge. Verschiedene Experten kommen zu Wort - darunter der bildungspolitische Sprecher im Landtag Brandenburg, Andreas Büttner (FDP). Auch Andreas Giske wird sich beteiligen.

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