Stiefmütterchen, polternde Bären und ein kleines Kamel

<strong>Aischa heißt </strong>das Kamelmädchen, das am Freitag geboren wurde. <foto>Doris Ritzka</foto>
Aischa heißt das Kamelmädchen, das am Freitag geboren wurde. Doris Ritzka

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26. März 2013, 10:30 Uhr

Perleberg | Osterhasen oder Osterlämmer gehören einfach zum Frühlingsfest. Der Perleberger Tierpark allerdings kann etwas Besonderes in diesem Jahr bieten. Am vergangenen Freitag um 9.45 Uhr erblickte ein Osterkamel das Licht der Welt. "Alles lief komplikationslos. Mutter und Verwandtschaft kümmern sich rührend um den Nachwuchs", berichtet Tierparkleiter Michael Niesler.

Schätzungsweise so um die 45 Kilo bringt Aischa auf die Waage und misst bereits gut einen Meter. Gegen 16.30 Uhr stand das kleine Kamelmädchen dann auch schon auf eigenen Füßen und suchte die Zitzen der Mutter. Derweil zeigt sich der kleine Vierbeiner bereits den Besuchern, tollt an der Seite von Kamelmama herum. Jene, wie auch die Verwandtschaft haben den Nachwuchs zwar stets im Blick, lassen den Pfleger aber seine Arbeit machen. Nach Ostern dann muss Aischa, der Name wurde von den Tierparkmitarbeitern ganz bewusst gewählt und steht für die Lebenslustige, einen kleinen Pieks über sich ergehen lassen. "Wir wollen Blut abnehmen und es auf eventuelle Abweichungen untersuchen lassen. Denn im Hinterkopf schwingen natürlich immer noch die Todesfälle der zwei Kameljungen im vergangenen Jahr mit", gesteht Michael Niesler. Aischa aber macht sich prächtig und ihrem Namen derzeit auch alle Ehre.

Übrigens, Nachwuchs gab es auch bei den Kattas. Sofern zum Frühlingsfest die Sonne sich zeigt, dann dürfte auch das Kattajunge auf Mamas Rücken beim Osterspaziergang zu sehen sein. Und auch Familie Petz soll möglichst zu Ostern endlich ihr Winterquartier verlassen. Noch waren die Nächte einfach zu kalt. Und so mussten die Bären, ob sie wollen oder nicht, noch im Winterquartier ausharren. So recht schmeckt ihnen das jedoch nicht. Das tuten sie auch lautstark kund, poltern an den eisernen Stäbe ihrer Behausung. Der Tierparkleiter zeigt Verständnis für diese bärische Ungeduld, "denn in den anderen Jahren waren die Petz schon mindestens zwei Wochen draußen". Und so hofft er, dass es nun endlich zu Ostern klappt.

Ein Osterspaziergang lohnt sich aber immer im Tierpark, zumal Meister Lampe für Ostersonntag auch kleine Überraschungen für die jüngsten Besucher verspricht. Zwei bis drei Wochen in Verzug auf Grund des nicht enden wollenden Winters ist auch der Stadtbetriebshof, bestätigt Leiter Reinhard Könning. "Zu Ostern war eigentlich immer die Erstbepflanzung im Boden." Doch noch zeigt sich eine geschlossene Schneedecke dort, wo das Stadtwappen aus Stiefmütterchen all die Jahre zum Frühlingsfest die Blicke auf sich zog. "Ich hoffe, dass wir nach Ostern mit der Bepflanzung beginnen können", so Könning. Einfach den Schnee unterzupflügen, das sollte man aber tunlichst unterlassen. Wenn der Frost noch im Boden sein sollte, die Kübel können dann aber zumindest schon ihre blühende Pracht erhalten. Ganz auf die Erstbepflanzung verzichten, das wolle man nicht, zumal man auch vertraglich gebunden sei.

Entsprechend werde sich dann aber auch die Zweitbepflanzung hinausschieben, so dass die Stiefmütterchen auch voll zur Geltung kommen.

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