Zeit der Umwege vorbei : Stepenitzbrücke wieder befahrbar

Für die Klein Linder Seite durchschnitt Eckard Kiencke (l.) gestern das Band, für die Rohlsdorfer Seite (r.) Hans-Joachim Sellahn.
Für die Klein Linder Seite durchschnitt Eckard Kiencke (l.) gestern das Band, für die Rohlsdorfer Seite (r.) Hans-Joachim Sellahn.

500 000 Euro flossen in neue Flussquerung / 100 Jahre Lebenserwartung sind ihr vorausgesagt

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18. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Acht Monate Umweg sind vorüber: Gestern wurde mit dem symbolischen Durchschneiden des Bandes die neue Stepenitzbrücke in Klein Linde für den Verkehr freigegeben. Somit ist der Ort wieder auf ganz kurzem Weg von Perleberg aus zu erreichen. Insgesamt investierte die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) rund 500 000 Euro in den Neubau, finanziert vom Land Brandenburg aus dem Fonds für notleidende Kommunen. Hintergrund: Die Gemeinde arbeitet seit Jahren mit einem Haushaltssicherungskonzept. Auftragnehmer war die Firma Universalbau aus Perleberg.

Die Flussquerung sei eine klassische Stahlbetonbrücke, so Bauleiter Dietmar Prause aus Silmersdorf: „Wir haben rund 20 Tonnen Stahl und zirka 220 Kubikmeter Beton verarbeitet“, erläutert der Fachmann. Der schwierige Untergrund machte auf einer Seite eine Gründung mit Bohrpfählen notwendig, auf der anderen Seite erfolgte eine Flachgründung. Eine Lebensdauer von 100 Jahre sollte dem Bauwerk beschieden sein, so Dietmar Prause.

Das hat die Vorgängerbrücke nicht ganz geschafft. Aus dem Jahr 1936 stammte sie, wurde zu DDR-Zeiten arg von Panzern der ehemaligen Sowjetarmee und der NVA strapaziert. Lasten, für die sie nicht unbedingt ausgelegt war. In den letzten Jahren setzte ihr zudem Feuchtigkeit zu, die Oberfläche löste sich auf, Eisenbewehrungen guckten bereits heraus.

Der Klein Linder Jörg Hildebrandt, ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger und in vielerlei Hinsicht engagierter und fürsorglicher Einwohner, weiß, dass die Brücke vor der Vorgängerbrücke eine hölzerne gewesen sein müsse. „Und davor war das hier wahrscheinlich einfach eine Furt.“

Verzögerungen hatte es im Frühling gegeben, als die Abrissarbeiten wegen naturschutzrechtlicher Belange zurückgefahren werden bzw. zeitweilig ruhen mussten. Ringsum waren in Baumkronen Nester mit Jungvögeln besetzt. Weitergehen konnte es erst, als der Vogelnachwuchs flügge war. Auch das Kappen einer Baumkrone, damit der Kran genügend Bewegungsfreiheit hat, musste aus eben diesen Gründen warten. Zeit, die nach hinten heraus bei der Fertigstellung fehlte, die allerdings auch von vornherein einkalkuliert war. Die Fertigstellung des Vorhabens lag im Zeitplan. Letzte Arbeiten werden jetzt noch auf dem Gelände des Brückenumfeldes ausgeführt. Außerdem stehen Baumersatzpflanzungen an, aber erst im kommenden Jahr. 

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