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Debatte um Straßenname : Steinert-Weg ja, aber wo?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Debatte um den richtigen Ort dauert an: Stadtpolitiker sind für Weg am Bahnhof oder neue Straße an der Ölmühle

von
erstellt am 31.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Der Verbindungsweg zwischen Schillerstraße und Bahnhof soll nach dem Seehäuser Arzt Dr. Albert Steinert benannt werden. So lautet der Vorschlag, so haben es auch die Mitglieder im Umwelt- und Ordnungsausschuss empfohlen. Und auch der Werkausschuss für den Kultur- und Tourismusbetrieb empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung diese Namensnennung.

Allerdings genügte dem letztgenannten Ausschuss die Ja-Stimme von Wolfgang Strutz (Linke), denn alle anderen Ausschussmitglieder hatten keine Meinung und enthielten sich der Stimme. Strittig ist nicht etwa die Tatsache, dass Dr. Steinert in der Stadt geehrt wird, indem ein Weg, eine Straße oder ein Platz nach ihm benannt wird. Schließlich hatte Steinert kurz vor dem Kriegsende im April 1945 gemeinsam mit dem Wahrenberger Bürgermeister als Parlamentär über die Elbe setzen wollen. Den beiden Männern sei es um die friedliche Übergabe Wittenberges und Seehausens gegangen, um die Städte vor der Zerstörung zu bewahren. Die Parlamentäre wurden aufgegriffen und in Wittenberge, die Stadt war zur Festung erklärt worden, erschossen.

Bernd Gerhardt stellte im Werkausschuss in Frage, ob der Weg die richtige Örtlichkeit sei. Ein Gedanke, den auch der UBG-Abgeordnete Lutz Dieckmann schon geäußert hätte, so Gerhardt. Der FDP-Abgeordnete argumentierte mit dem Bezug zu den Örtlichkeiten, möchte deshalb, dass im neu entstehenden Wohngebiet an der Ölmühle eine Straße oder ein Weg nach dem Arzt benannt wird. Das Wohngebiet gibt es allerdings noch gar nicht. Gerhardt schlägt vor, einen Beschluss für die noch zu bauende Straße zu fassen. Wolfgang Strutz argumentierte, der örtliche Bezug sei an der Ölmühle auch nicht gegeben. Außerdem würde der Weg am Bahnhof von vielen Menschen benutzt, darunter auch die Kinder der Jahnschule. Damit würde man Steinert mehr gerecht als mit einer abgelegeneren Straße. Vorgesehen haben die Abgeordneten, im September, zum 130. Geburtstag des Erschossenen, die Namennennung vorzunehmen. Wenn das auch wegen der nicht vorhandenen Straße so nicht erfolgen könnte, sagt Gerhardt, so könne man doch eine Würdigung an diesem Tag vornehmen. Der Sohn von Dr. Steinert hat sein Einverständnis gegeben, dass in Wittenberge eine Örtlichkeit nach seinem Vater benannt wird. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung.

Offen ist, ob und in welcher Form des Wahrenberger Bürgermeisters gedacht werden soll. Auf dem Gelände des ehemaligen Nähmaschinenwerks erinnert seit Jahrzehnten ein Gedenkstein auch an die beiden mutigen Altmärker. Damit ist auch ein direkter örtlicher Bezug gegeben, denn dort sollen die Erschießungen erfolgt sein.

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