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Plattenburgspektakel : Steinen Leben einhauchen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Steinmetz Martin Linß zeigt auf dem Spektakel alte Handwerkskunst und lädt Besucher ein

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erstellt am 17.Jun.2017 | 09:00 Uhr

Das Plattenburgspektakel feiert Jubiläum: Seit 25 Jahren entführen die Veranstalter Jahr für Jahr tausende Besucher ins Mittelalter. In einer kleinen Serie stellen wir Mitstreiter der ersten Stunden vor. Manche von ihnen sind bekannt, agieren vor den Augen des Publikums. Andere sind die großen Helfer im Hintergrund. Heute: Steinmetz Martin Linß.

Beim Wort Grabsteine zu Beginn unseres Gesprächs muss Martin Linß lachen: „Alle denken beim Steinmetz zuerst an Grabsteine, dabei machen wir so viel mehr“, sagt er. Steine mögen tot aussehen, ‚„aber wir können ihnen Leben einhauchen“, so der Steinmetz und Bildhauer.

Er selbst hätte diesen Beruf für sich nicht gewählt, sondern folgte einem Tipp der Berufsberatung und begann eine Lehre. „Im Laufe der Ausbildung habe ich gespürt, wie vielfältig dieses Handwerk ist, was für faszinierende Dinge man machen kann. Dinge, die viel interessanter als ein Grabstein sind.“

Seit 35 Jahren hält er den Steinen die Treue, hat als Angestellter in Werkstätten gearbeitet, zusammen mit Künstlern Projekte verwirklicht und seit gut zehn Jahren ist Martin Linß selbstständig.

Ähnlich zufällig wie der Beruf ergab sich seine Liebe zur mittelalterlichen Szene. Er sollte einen Freund am Bratwurstgrill unterstützen und reiste mit seinem Diensttransporter samt Werbung und Werkzeug an. Bratwurst war an jenem Tag kaum gefragt, aber die Darsteller des mittelalterlichen Programms baten ihn, sie als Steinmetz zu unterstützen, da mehrere Kollegen erkrankt waren. „Das tat ich und spürte, wie begeistert die Besucher waren.“

Martin Linß wurde Stammgast auf den Märkten, besetzte eine Nische, denn Steinmetze sind eher selten anzutreffen. Auf der Plattenburg war er schon häufiger und sein Urteil über das Prignitzer Fest ist deutlich: „In der Szene ist die Plattenburg ein Geheimtipp im Niemandsland zwischen Hamburg und Berlin. Hier dabei zu sein, ist fast schon ein Muss.“ Um so mehr freue er sich, für das bevorstehende Jubiläum von den Veranstaltern eingeladen worden zu sein.

Während er in seiner Werkstatt in der Nähe von Weimar regelmäßig mehrtägige Workshops anbietet, wird es auf der Plattenburg eher ein Schnellkurs sein. „Ich bereite Steinschalen vor, die Besucher mit meinem Werkzeug aushöhlen können. Sie werden mit Wachs gefüllt und sind eine dekorative Lichtquelle“, erzählt Martin Linß. Um tiefer in sein Metier einzutauchen, reiche die Zeit nicht, das erfordere Geschickt und Geduld.

Er selbst nutzt seine Freizeit auf den Märkten, um Kräuterstände, Töpferei oder die Schmiede zu besuchen. „Schmieden würde ich gerne noch lernen, mir dann mein Werkzeug selbst anfertigen“, verrät er. Doch das muss warten. Auf der Plattenburg will er sich lieber den vielen Besuchern widmen und freut sich auf interessante Begegnungen.

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