Statt Gummisteig nun Alu-Brücke

Gestern wurde mit allen Beteiligten das weitere  Vorgehen bei der Brückenerneuerung noch einmal abgestimmt. Doris Ritzka
Gestern wurde mit allen Beteiligten das weitere Vorgehen bei der Brückenerneuerung noch einmal abgestimmt. Doris Ritzka

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02. November 2012, 05:58 Uhr

Perleberg | Seit einem Jahr ist es amtlich: Die hölzerne Brücke am Wallgebäude zum Hagen, auch Gummisteig genannt, muss erneuert werden. Mitte des Monats soll es nun losgehen. Die Firma HTK Bau GmbH Wusterhausen hat den Zuschlag erhalten. Voraussichtlich ab 12. November wird die marode Flussquerung gesperrt, führt hier vorerst kein Weg mehr ans andere Ufer, informierte Hans Rothbauer, stellvertretender Bürgermeister, Donnerstagabend die Stadtverordnetenversammlung.

Fast zeitgleich soll die alte Bücke auch abgenommen werden. Dann wird noch einmal exakt vermessen und anschließend werden die Betonwiderlager ertüchtigt, wie der Fachmann sagt. Im Zuge dieser Arbeiten baut die PVU hier auch eine Gasleitung zurück, die nicht mehr in Betrieb ist.

Sechs bis acht Wochen dauert es, bis die neue, knapp 13 Meter lange und 1,89 Meter breite Konstruktion aus Aluminium fertiggestellt ist, umreißt Bauamtsleiter Hagen Boddin den weiteren Zeitplan. Im Stück werde diese angeliefert und dann auch eingehoben. Als Termin für die Montage habe man den 20. Dezember anvisiert. Vorausgesetzt immer, dass das Wetter auch mitspielt.

Bevor aber wieder Fußgänger und Radfahrer über die neue Aluminium-Fachwerktrogbrücke, die einen Belag aus Polyurethan erhält, in den Hagen bzw. von dort in die Stadt gelangen können, wird es noch etwas dauern. Denn unter anderem muss erst noch die Anpassung der neuen Konstruktion erfolgen. Und auch hier hänge alles vom Wetter ab, räumt der Bauamtsleiter offen ein. Stichwort Wetter: Die Entscheidung fiel für den Kunststoffbelag, weil Feuchtigkeit diesem nichts anhaben kann, anders bei einem Lärchenholzbelag.

Rund 60 000 Euro sind für die Baukosten veranschlagt, 80 Prozent der förderfähigen Kosten gibt es über den Städtebaulichen Denkmalschutz, 20 Prozent muss die Stadt als Eigenanteil alleine stemmen.

Ganze 20 Jahre hat sie gehalten, die hölzerne Brücke am Wallgebäude zum Hagen. Vor einem Jahr wurde bemerkt, dass sie ungewöhnlich stark schwingt und so eine außerplanmäßige Brückenprüfung anberaumt. Der Verdacht bestätigte sich: Das Tragwerk ist beschädigt. Der südliche Längsträger weist eine starke Rissbildung auf und hing mittlerweile 7,2 Zentimeter durch. Um die Brücke nicht sperren zu müssen, wurde sie mit drei sogenannten Drehsteifen auf lastabtragenden Platten abgestützt. Doch es ist ein Provisorium, die Standsicherheit und Dauerhaftigkeit des Trägers und damit der Brücke sei nicht mehr gegeben, so die Fachleute.

Die Nutzungsdauer der neuen Brücke liege laut Hersteller nun bei mindestens 80 Jahren, und sie ist fast wartungsfrei.

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