Tangendorf : Statt Bioschwein nun Tierwohlstall

Gehen die Planänderungen der Schweinezüchter Cord-Kruse beim Landkreis durch, soll die ehemalige Rinderanlage zum Tierwohlstall umgebaut werden.
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Gehen die Planänderungen der Schweinezüchter Cord-Kruse beim Landkreis durch, soll die ehemalige Rinderanlage zum Tierwohlstall umgebaut werden.

Schweinezüchter wollen alte Rinderzuchtanlage in Tangendorf. Investor Cord-Kruse stellte Einwohnern seine Pläne vor.

svz.de von
23. November 2014, 10:00 Uhr

Eigentlich wollte die Cord-Kruse Schweinezucht aus Lübzow den alten Rinderstall in der Gemarkung Baek zu einem Bioschweinezuchtstall umbauen. Doch die jahrelange Erfahrung im Biogeschäft von Bernd Cord-Kruse haben ihn zu einer Planänderung bewogen, die er Donnerstagabend zusammen mit seiner Frau Ines vor der Einwohnerversammlung Hohenvier-Tangendorfs vorstellte.

„Das Biogeschäft ist eine Nische“, sagt er. Der Anteil der Bioschweine am Fleischmarkt liege bei nur 0,7 Prozent. „Das macht die Vermarktung der Bioschweine sowohl als Zucht- als auch Masttiere extrem schwierig“, gesteht er. Dabei schien das Gelände bei Baek, das Cord-Kruse im Dezember 2013 erwarb, optimal geeignet: „Die u-förmige Anordnung des Gebäudes böte ausreichend Auslauf für die Tiere und eine Mistplatte. Es sind ja auch alle Genehmigungen vorhanden, rein theoretisch könnten wir morgen mit dem Umbau beginnen“, erzählt der 38- Jährige.

Doch nach langen und intensiven Diskussionen innerhalb des Familienbetriebes ist der Bioschweinestall vom Tisch: „Wir trauen uns nicht, einen Stall mit fast 1500 Bioschweinen zu betreiben“, erklärt das Ehepaar vor den 15 interessierten Anwohnern.

Dennoch wollen sie die Schweinezucht bei Baek nicht aufgeben. „Tierwohl“ lautet nun das Stichwort. Die Initiative beschreibe für die Cord-Kruses ein Mittelmaß zwischen der Biozucht und konventionellen Ställen. Mehr Platz, mehr Licht, eine bessere Belüftung sowie Komfortliegeflächen sollen den Schweinen künftig bei Baek geboten werden. „Dafür haben wir im September einen Änderungsantrag beim Landkreis gestellt“, so der Vater dreier Kinder weiter.

Etliche Baumaßnahmen seien zur Renovierung und Modernisierung des alten Rinderstalles vorgesehen. Die Dächer der zwei jeweils 72 Meter langen Gebäudearme erhalten ein neues Dach. Außerdem soll ein 1600 Kubikmeter großer Güllebehälter entstehen. Damit würden Dorfbewohner entlastet, weil zusätzliche Gülletransporte entfallen würde.

Emissions- und Geruchsbelastungen würden bei der Bioschweinezucht schon unter den Grenzwerten liegen, da aber der großzügige Auslauf der Schweine in den neuen Plänen wegfiele, würden die Schadbelastungen noch weiter sinken. „Aber Schweine riechen auch mal, das kann man nicht verheimlichen“, so Cord-Kruse zu den Anwesenden. Diese erwiderten nur, dass man auf dem Dorf auch mal mit Tiergerüchen zu rechnen habe, „sonst muss man eben in eine Großstadt ziehen“, resümiert ein Anwohner.

Ein weiterer meine, dass mit den neuen Plänen der Schweinezucht „endlich der Schandfleck verschwinde.“ Auch Ortsvorsteher Hartmut Hanisch bewertet das Vorhaben positiv: „Wir begrüßen eine Wiederbelebung des alten Geländes. Damit verbessern die Cord-Kruses das Landschafts- und Dorfbild.“ Hanisch muss eine Stellungnahme zum Änderungsantrag beim Landkreis abgeben. Bekommen die Cord-Kruses das Okay, könne im Frühjahr mit dem Umbau begonnen werden, schätzen die Schweinezüchter vorsichtig.

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