Hospiz für Wittenberge : Stationäres Hospiz in Wittenberge

Dr. Dieter Nürnberg (r.) neben Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann.
Dr. Dieter Nürnberg (r.) neben Wittenberges Bürgermeister Oliver Hermann.

Einrichtung für Schwerstkranke soll 2019 fertig sein

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08. November 2017, 12:00 Uhr

Hier in der Stadt soll ein stationäres Hospiz errichtet werden. Es handelt sich um die elfte Einrichtung dieser Art in Brandenburg. Nach zwei Jahren Vorarbeit sind die Pläne soweit gediehen, dass noch in diesem Jahr die gemeinnützige Trägergesellschaft für diese spezielle Pflegeeinrichtung gegründet werden kann. Das Konzept stehe. Die zwingend erforderlichen Vertragszusagen der Kassen lägen vor. Die konkrete Planung soll 2018 beginnen, Ende des Jahres Baubeginn sein. „Ende 2019 wollen wir fertig sein“, sagte am Dienstag Professor Dr. Dieter Nürnberg. Er ist Vorsitzender des Ruppiner Hospiz Vereins, der nach seinen Worten in der Startphase die hiesige Einrichtung begleiten wird.

Zwei Standorte in engerer Wahl

In enger Zusammenarbeit mit der Kommune habe man sich acht mögliche Standorte angesehen. Zwei befinden sich jetzt in der näheren Auswahl: Es handelt sich zum einen um das Abrissgelände der ehemaligen Schule im Elsternweg und zum anderen um ein Areal an der Schwimmhalle, auf dem gerade ein Haus rückgebaut wurde, so Stephan Michelis von der Medizinischen Hochschule Brandenburg in seiner Eigenschaft als Projektkoordinator für das Hospiz.

Die Einrichtung ist erst einmal für zwölf Schwerstkranke gedacht, soll aber Erweiterungsmöglichkeiten für bis zu 16 Gäste bieten. Nürnberg ist seit langem in der Hospizbewegung in Brandenburgs engagiert, sprach, wie auch Michelis, von dem weißen Fleck im Nordwesten des Landes in Bezug auf eine derartige Einrichtung.

Dass die Standortwahl auf Wittenberge fiel begründet Nürnberg unter anderem mit der onkologischen Schwerpunktpraxis, die hier in der Stadt ansässig „und für uns ein wichtiger Partner“ ist und verwies auch auf andere wichtige medizinische Einrichtungen. Nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen als erster Todesursache rangieren onkologische Erkrankungen auf Platz zwei der Todesursachen, verdeutlichte Stephan Michelis die Wichtigkeit einer speziellen Pflegeeinrichtung für Schwerstkranke hier in der Region. Dass das Krankenhaus sich nicht am Ort befinde, stelle kein Problem dar. Die Lage der Stadt im Vier-Länder-Eck ist aus Sicht der Akteure aber durchaus von Bedeutung. „Auch in der letzten Lebensphase möchte ein Mensch nicht 100 Kilometer weit von Zuhause entfernt sein, seine Familie, Nachbarn und Bekannte sehen“, so Nürnberg. Die nächsten stationären Hospize befinden sich in Schwerin, Stendal, Neuruppin und Oranienburg. Es sei nicht beabsichtigt, einen ambulanten Hospizpflegedienst zu gründen, man arbeite mit bestehenden zusammen.

Förderverein wirbt Spenden ein

Die Investition in den voraussichtlichen Neubau bezifferten Nürnberg und Michelis gestern mit rund zwei Millionen Euro. Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen müssen Patienten bzw. deren Familien für die Pflege im Hospiz selbst nicht zuzahlen, erläuterte Nürnberg. Die Kosten würden zu 95 Prozent von den Kassen getragen. Fünf Prozent sind beispielsweise als Spenden über einen Förderverein einzuwerben. Ein derartiger Verein werde auch für die hiesige Einrichtung noch gegründet. Die Größenordnung der Spenden verdeutlichte Nürnberg am Beispiel des Neuruppiner Hospiz. Es handele sich um rund 65 000 Euro jährlich.

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