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Mehr Bienen für die Prignitz : Starthilfe für mehr Freizeit-Imker

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Eldeland Bioimkerverein startet Kurs für Neueinsteiger. Rund 30 Teilnehmer aus der Region und der Prignitz.

von
erstellt am 09.Jan.2017 | 10:39 Uhr

„Den Bienen geht es derzeit so schlecht wie noch nie“, so das bittere Fazit von Uwe Polak aus Kreien, der seit vier Jahrzehnten als Imker über viel Erfahrung verfügt. Und das hat aus seiner Sicht mehrere Ursachen. „Den Bienen fehlen geeignete Flächen und damit Nahrung, es gibt immer weniger Imker und deren Altersdurchschnitt ist hoch“, meint der Experte, der sich inzwischen der Bio-Imkerei verschrieben hat.

Am Samstag kam er nach Marnitz zu einer Veranstaltung des Eldeland Bioimkervereins, um sich selbst ein Bild zu machen, wie man den Bienen und der Imkerei im Ruhner Land Auftrieb geben kann. Eingeladen waren vor allem potenzielle Neueinsteiger, die sich künftig mit Bienen in der Freizeit oder im Nebenerwerb beschäftigen wollen. Und trotz der widrigen Witterungsverhältnisse kamen rund 30 Frauen und Männer beispielsweise aus Plau, Dambeck, Hof Bergrade, Berge, Perleberg und Siggelkow nach Marnitz, um aus erster Hand zu erfahren, was der Umgang mit Bienen mit sich bringt.

Wolfgang Pfeffer, Vorsitzender des Eldeland Bioimkervereins, hat es sich mit seinen Mitstreitern auf die Fahne geschrieben, Neueinsteiger nicht nur für die Imkerei zu begeistern, sondern sie mit intensiven Schulungen in Theorie und Praxis zu begleiten und bei laufendem Coaching bis zum Erfolg zu führen. „Das Interesse für die Imkerei ist groß, aber viele scheuen die Hürden“, weiß Wolfgang Pfeffer aus eigener Erfahrung. Klaus-Dieter Ilchmann (57), Inhaber einer Baufirma in Perleberg, will die Winterwochen nutzen, um die Einstiegshürden als Freizeitimker zu meistern. „Ich habe zwar einige Fachbücher gelesen, aber die Praxis ist ein anderes Blatt“, meint er. Uta Hoffmann (62) aus Siggelkow möchte im Ruhestand Hof und Garten nutzen, um vielleicht auch Bienen anzusiedeln. „Das Einstiegsalter für Neu-Imker liegt deutschlandweit bei 47 Jahren. Es wird auch darauf ankommen, jüngere Leute für die Imkerei zu gewinnen“, sagt Wolfgang Pfeffer.

Im Marnitzer Gemeinderaum, den Bürgermeister Hans-Jürgen Buchholz gerne zur Verfügung gestellt hatte, ging es zunächst um die Grundlagen. Wie viel Zeit ist nötig? Was kostet ein Bienenvolk? Wo bekomme ich die nötige Ausstattung?, sind Fragen, die Wolfgang Pfeffer aus seiner Erfahrung erläuterte. Wer sich für die Teilnahme am Kurs entscheidet, wird bereits ab dem 22. Januar in sieben Schulungen von Dr. Jens Radtke vom Bieneninstitut in Hohen Neuendorf in die Theorie eingeführt. „Imkern lernt man aber nicht in ein paar Kursen. Etwa drei Jahre dauert es, bis man sicher und erfolgreich imkert. In dieser Zeit verhindert wir - für die Bienen oft tödliche - Fehler, indem wir unseren Neulingen laufend über die Schulter schauen“, verspricht Wolfgang Pfeffer. Der Biolandverein hat nicht nur bereits rund 100 Bienenvölker in Brandenburg vorbestellt, sondern wird ab April bis in den Herbst jeden Neueinsteiger mit vorher angekündigten Besuchen an den Wochenenden vor Ort begleiten und auch das Honigschleudern oder -pressen bei Bedarf organisieren. In Brandenburg erhalten Imker-Neulinge Zuwendungen für die Erstausstattung einer Imkerei vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft. So bekommt man für den Kauf eines Bienenvolkes maximal 100 Euro. Dazu muss ein Förderantrag beim Ministerium gestellt werden.  

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