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Start mit Ungehorsam und einer Haushypothek

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erstellt am 17.Jan.2012 | 08:42 Uhr

Bad Wilsnack | Ohne politische Prominenz, dennoch mit vielen interessanten Gästen wurde gestern in einer Festveranstaltung das 20-jährige Bestehen der KMG Kliniken plc. in Bad Wilsnack begangen. Rund 100 geladene Gäste hatten sich am Nachmittag in der Elbtalklinik der Kurstadt eingefunden.

Firmengründer und Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Neubert ergriff als Erster das Wort. Ein Glück sei der Umschwung 1989 gewesen - ein Glück aber auch, "dass Potsdam weit entfernt von der Prignitz war", denn so ging es viel leichter, den Abwicklungsbescheid des damaligen Gesundheitsministeriums einfach zu ignorieren und statt dessen etwas ganz Neues aufzubauen. Auch Wolfgang Neuberts langjährige Mitarbeiterin und rechte Hand, Marlis Preuß aus Bad Wilsnack, konnte sich an diese und zahlreiche andere Episoden aus dieser Zeit erinnern.

Vergleichsweise neu in Amt und Würden ist Dr. Franz Tepper, seit 2009 Aufsichtsratsvorsitzender des Gesundheitskonzerns. Er stellte interessante Vergleiche an, die die Gegenwart betreffen. So hatte die KMG im Jahr 2010 rund 2600 stationäre Betten bzw. Plätze in ihren Einrichtungen. Das entspreche zwölf Prozent der insgesamt vorhandenen stationären Plätze sowohl in Brandenburg als auch in Mecklenburg-Vorpommern - neben Sachsen-Anhalt die beiden Bundesländer, in denen das Unternehmen die meisten Engagements hat. "Was die Umsatzrendite betrifft, so zogen wir mal den Vergleich zu den Gesundheitskonzernen Rhön, Asklepios und Mediclin. Da liegen wir hinter Rhön auf dem zweiten Platz", verdeutlichte Tepper in seiner Ansprache. Und das, obwohl die KMG im reinen Größenvergleich eher klein sei.

"Die Größten", so Vorstand Volker Kalwatz, "möchte wir aber auch gar nicht sein - nur die Besten …", fügte er in seiner Rede, die auch einen amüsanten Rückblick enthielt, mit einem Augenzwinkern an. Er versäumte es nicht, beide Neuberts - Dr. Wolfgang und seine Gattin Dr. Barbara Neubert - zu würdigen. Ohne ihre Risikobereitschaft wäre manche Einrichtung in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht oder abgewickelt worden. Kapital für den Start besorgten sie sich einst mit einer Hypothek für ihr damaliges Wohnhaus in Höhe von 500 000 D-Mark. "Ich glaube, davon hätte ich meine Frau nicht überzeugen können", so Kalwatz.

Einen berühmten Festredner gab es dann doch noch: den Publizisten Prof. Hellmuth Karasek. Stilvoll musikalisch umrahmt wurde der Festakt von der Pianisten Christiane Klonz.

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