zur Navigation springen

Kunstrasenplatz in Pritzwalk : Start für 6000 Quadratmeter Grün

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hockey-Hochburg Pritzwalk bekommt lang ersehnten Kunstrasenplatz für 424 000 Euro

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Ein Kunstrasenfeld für den Hockeysport zu bauen, das ist eine teure Angelegenheit, aber eigentlich erst einmal nichts Besonderes. Es sei denn, dieser Platz wird in Pritzwalk errichtet: Hockey und Pritzwalk – das ist seit mehr als 60 Jahren eine ebenso emotionale wie erfolgreiche Verbindung.

Gestern erfolgte der erste Bagger-Aushub auf einem der Rasenplätze neben dem Hainholzstadion. Nur kurz stellten sich alle Verantwortlichen, Sponsoren und Aktive fürs offizielle Foto vor den Bagger. Denn der Termin war nicht symbolisch, sondern der Bagger begann unmittelbar danach damit, den Naturrasen abzugraben. Bereits im September sollen hier Spiele ausgetragen werden.

So schnell jetzt die Umsetzung vonstatten geht – so langwierig war der Weg. Die Finanzierung des Vorhabens, das rund 424 000 Euro kostet, wird zu 75 Prozent aus dem Leader-Programm der EU gefördert. Ein Viertel muss der Pritzwalker FHV 03 e. V. selbst aufbringen. Neben dem Durchboxen des Fördermittelantrages über die verschiedenen Ebenen stellten die eigenen 25 Prozent der Finanzierung ein erhebliches Problem dar. Die Bürgschaft für diese Summe, so FHV-Ehrenpräsident Erhard Jeschke, wurde gedrittelt. Gerade stehen nun dafür die Stadt Pritzwalk, drei Pritzwalker Sportfreunde persönlich sowie auch der Geldgeber, die Volks- und Raiffeisenbank Prignitz, selbst. Vorstand Martin Brödder sagte gestern zum Baustart: „Wir mussten über unseren banklichen Schatten springen. Eine sechsstellige Summe für einen gemeinnützigen Verein, das muss man sich schon überlegen.“ Hockey- und Sport-Enthusiasten, wie Ronny Gießel, Firmenkundenberater der VR-Bank, aber letztlich auch erfahrene Leute, wie Erhard Jeschke, einst selbst Chef der Raiffeisenbank in Pritzwalk, ließen nicht locker. „Das Konzept ist überzeugend, die Stadt und Privatpersonen stehen voll dahinter“, beschreibt Brödder die Pluspunkte, die letztlich den Weg für den ersehnten Platz frei machten. Für die jährlich auf den Verein entfallende Tilgungssumme werde der „Club der 100“ wiederbelebt, ein Crowdfunding-Projekt, für das man 100 Unterstützer gewinnen will, die jeweils pro Jahr 100 Euro geben. Das sei in Form eines „Stammtischs“ schon in Gange, daraus kamen bereits 5400 Euro zusammen, so Jeschke.

Die Dömnitzstadt war schon zu DDR-Zeiten eine Hockey-Hochburg, als die Sportart noch zu den eher ungeliebten gehörte. Besonders stark, damals wie heute, die Nachwuchsteams. Im Bereich Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin sei man in der Lage, alle zu schlagen, so Jürgen Gutsche, stellvertretender FHV-Vorsitzender. Was fehlte, auch um endlich Heimspiele austragen zu können, ist ein zeitgemäßer Kunstrasenplatz mit Wettkampfmaßen. Der entsteht nun auf 60 mal 100 Metern, ausgeführt von der Firma Galabau aus Crivitz und dem Spezialisten Polytan aus Bayern, wie der Pritzwalker Projektant Nico Retzlaff – selbst Hockey-Engagierter – erläuterte. Der FHV Pritzwalk ist bundesweit der einzige Sportverein, in dem Feldhockey und Fußball unter einem Dach zusammengeführt sind. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen