Hochzeit in der Prignitz : Standesbeamtin – mehr als ein Job

Die Standesbeamtinnen Marina Gleiß (stehend) und Rommy Elster bringen die Paare unter die Haube. Für dieses Jahr gibt es bereits 40 Voranmeldungen.
Die Standesbeamtinnen Marina Gleiß (stehend) und Rommy Elster bringen die Paare unter die Haube. Für dieses Jahr gibt es bereits 40 Voranmeldungen.

Rommy Elster und Marina Gleiß brachten im vergangenen Jahr 79 Paare unter die Haube / 16. 6. 2016 – begehrter Termin in diesem Jahr

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13. Januar 2016, 12:00 Uhr

„Ist es Ihr freier und fester Wille …“. Bis dato antworteten alle Männer der Standesbeamtin darauf mit einem Ja. Mal war es zwar kaum zu hören, weil die Stimme vor Aufregung versagte, dann wieder kam es noch bevor Rommy Elster oder Marina Gleiß den Satz beendet hatten. Aber es kam und mit dem der Braut konnten die Standesbeamtinnen dann beide für rechtmäßig verbundene Eheleute erklären. 79 Mal erklang dieser Satz im vergangenen Jahr und damit trauten sich zwölf Paare mehr im Perleberger Standesamt den Bund fürs Leben zu schließen als im Jahr zuvor.


Heiraten kommt nicht aus der Mode


Heiraten kommt wieder in Mode, hat man den Eindruck, „auf jeden Fall kommt es nicht aus der Mode“, betonen sichtbar erfreut die beiden Standesbeamtinnen. Manche wagten es gar ein zweites Mal, konkret war bei 40 Prozent aller Paare entweder einer oder auch beide Partner schon einmal verheiratet. Und offensichtlich sind der Perleberger Trausaal und die Standesbeamtinnen auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und gefragt. Denn 52 Prozent der Brautpaare kamen von auswärts. „Einige haben hier mal gewohnt und zum Heiraten kamen sie nun wieder nach Hause“, berichtet Rommy Elster. Andere waren hier mal Gäste einer Trauung und fanden sie so toll, dass sie sich für die eigene das Perleberger Standesamt wählten. Andere machten hier Urlaub und gaben sich dabei da Ja-Wort. Übrigens, 90 Prozent der Paare haben einen gemeinsamen Namen, bei den restlichen behielt jeder den seinigen.

Ob mit Hut oder Schleier, sie in einem Traum aus Tüll, Seide und Spitze, er im Frack oder elegantem Anzug, ob mit großer Gesellschaft oder aber nur zu zweit im Kostüm und mit Schlips und Kragen – für Rommy Elster und Marina Gleiß steht fest, jede Hochzeit soll für das Paar etwas ganz Besonderes sein. „Wenn die Musik erklingt, die Kerze brennt, dann ist auch eine Hochzeit zu zweit eben eine Hochzeit. Und für alle Paare haben wir auch immer mehr als nur zwei Worte gefunden.“

Sie machen nicht einfach einen Job, sie begleiten Menschen eine ganzes Leben, eben von der Wiege bis zur Bahre. Und die Hochzeit ist da immer etwas Besonderes. Sie steht für Glück, für Liebe, die möglichst ein Leben lang halten soll, und da ist man mit Liebe auch dabei. Dass das fruchtet, das sagt eine Statistik im Fokus, wonach die Prignitz deutschlandweit auf dem dritten Platz ist was die Haltbarkeit der Ehen anbelangt. „Und daran haben vielleicht auch wir einen kleinen Anteil“, freuen sich die beiden Standesbeamtinnen.

Auch wenn sie ihren Beruf sehr ernst nehmen, schließlich muss alles nach Recht und Gesetz geschehen, lachen ist erlaubt und spontane Einfälle können unter Umständen eine Trauung retten. Als die CD mit dem Hochzeitslied versagte, sorgte die Trauzeugin per Smartphone für den Titel ins und zum Glück. „Dafür sind nun mal auch Trauzeuginnen da“, so die beiden Standesbeamtinnen lachend. Wie sie eben auch in Stöckelschuhen zwischen zwei Eheschließungen den kompletten Trausaal notfalls wischen. Einem Brautvater war die Sektflasche entglitten und hatte sich drehend den Weg durch den ganzen Saal gebahnt, der anschließend mit Sekt „getauft“ war.

Die letzte Ehe 2015 haben die Standesbeamtinnen am 23. Dezember geschlossen, die erste Hochzeit 2016 wird diesen Freitag stattfinden. Und für den 16. 6. 2016 gibt es bereits drei Voranmeldungen, insgesamt sind es aufs Jahr gesehen schon 40. Das lässt hoffen, dass sich in diesem Jahr wieder viele trauen, „Ja“ zu sagen. Trend ist, Ende 20 die Ehe zu schließen, doch es gibt auch viele Paare, die seit 20 Jahren zusammen, die Kinder fast erwachsen sind und nun beschließen, „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Zum Heiraten muss man mindestens 18 sein (ohne behördliche Genehmigung), aber man ist nie zu alt dafür.  

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