Quitzower Agrargenossenschaft : Stärkekartoffeln für Produzenten wenig lukrativ

Die Ernte der Pflanzkartoffeln beginnt erst Mitte September. Jetzt sind die Frühkartoffeln an der Reihe, wie hier die Finka.
Die Ernte der Pflanzkartoffeln beginnt erst Mitte September. Jetzt sind die Frühkartoffeln an der Reihe, wie hier die Finka.

Produktbezogene EU-Förderung aufgehoben, Preis für Dezitonne reicht nicht

von
16. Juli 2014, 12:00 Uhr

Für rund 800 Hektar produziert die Agrargenossenschaft Quitzow Pflanzkartoffeln für die Stärkeproduktion. „Wir hängen damit faktisch am Tropf der Stärkefabriken“, bringt es Edwin Grönboldt, Vorsitzender der Agrargenossenschaft, auf einen kurzen Nenner. Dabei hat er das Jahr 2016 schon im Blick. Zwei Jahre Planungsvorlauf sind Satz. Die Saat wird in diesem Jahr besorgt, im nächsten selbst ausgebracht und im darauf folgenden als Pflanzkartoffeln, die zumeist für die Stärkeproduktion genutzt werden, verkauft. Das Problem: Die EU-Förderung von 1,50 Euro pro Dezitonne Stärkekartoffeln hat Deutschland gestrichen oder richtiger gesagt, es gibt keine produktbezogene Förderung für Stärkekartoffeln mehr, alles fließt in den großen Topf aus dem alle bedient werden. Die 7 Euro pro Dezitonne für die Ernte 2013 allein reichen aber nicht, so Grönboldt. Gerade die Kartoffeltechnik sei ein überaus investionsintensiver Bereich. Wo ein Mähdrescher spielend 30 Hektar schaffe, bringe es ein Kartoffelroder gerade mal auf drei Hektar pro Tag. Gar nicht zu reden von den Investitionen in die Beregnung. Die Quintessenz: der Anbau ist alles andere als lukrativ, gehe zurück. Zumindest in Deutschland, denn beispielsweise die Niederlande und Dänemark profitieren noch von den produktgebundenen EU-Zuschlüssen für die Stärkekartoffeln.

Auf rund 500 Hektar werden im Land Brandenburg Pflanzkartoffeln angebaut, zweifünftel davon allein im Bereich Quitzow, Gulow und Baek. „Noch halten wir zur Stange, doch auch wir beobachten den Markt und hoffen, dass die Marktwirtschaft über Angebot, Nachfrage und Preis es richtet“, so der Vorsitzende der Agrargenossenschaft. Derzeit reiche der Marktpreis nicht, um glücklich zu werden. Und er verhehlt nicht, dass man für den Fall der Fälle auch einen B-Plan im Auge habe. Stichwort: Veredlungsindustrie, sprich die Herstellung von Kartoffelpüree und -klößen. „Die haben sich schon immer am Markt behaupten müssen und zahlen einen besseren Preis, verlangen aber auch weitaus höhere Qualität.“ Auf rund 20 Hektar baut Quitzow heute Kartoffeln für diesen Industriebereich an.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen