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Der Prignitzer

19. November 2017 | 19:09 Uhr

Ständchen für Alte und Kranke

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Posaunenchor Eggersdorf kommt seit acht Jahren zum Musizieren in den Pfarrsprengel Rühstädt

svz.de von
erstellt am 02.Okt.2017 | 05:00 Uhr

„Wir sind jetzt auf dem Weg nach Klein Leppin“, so die telefonische Information von Pfarrer Norbert Merten an den „Prignitzer“. Er begleitet seine Gäste, den Posaunenchor Eggersdorf, durch die Dörfer seines Pfarrsprengels. Die Musiker besuchen alte und kranke Gemeindemitglieder, die es nicht mehr schaffen, jeden Sonntag in die Kirche oder in andere Gemeindeveranstaltungen zu kommen. „In der Regel spielen wir das Ständchen vor dem Haus“, so der Pfarrer. „Wenn es gewünscht ist, spielen wir auch schon mal in der Wohnung.“

Im Ortsteil der Gemeinde Plattenburg nehmen die zwölf Mitglieder des Posaunenchores vor dem Haus von Gundula Muhs. Diese steht am Fenster und freut sich über das musikalische Ständchen. Nach jedem Titel spendet sie Beifall und als die Bläser „Im schönsten Wiesengrunde“ anstimmen, da ruft sie begeistert: „Das kennen wir doch auch!“

Tochter Veronika Rudow verrät, dass ihre Mutter bald 90 Jahre alt wird. Sie ist Pfarrer Merten und den Musikern aus Eggersdorf sehr dankbar, dass sie diese Ständchen spielen. „Die Menschen wissen, dass sie nicht vergessen sind und sie haben Freude daran.“ Inzwischen wohnen vier Generationen unter einem Dach, denn am 25. Mai kam Gundula Muhs Urenkelin Johanna zur Welt. Auch sie erfreut sich auf Papas Armen an der Musik.

Die Eggersdorfer spielen pastorale oder Volksmusik. Geleitet wird der Posaunenchor von Martin Leuer. „Seit acht Jahren verbringen wir immer ein Wochenende hier“, erzählt er. „Dieser Termin ist inzwischen ein fester Bestandteil in unserem Jahresterminkalender.“ Sprichts und eilt zum Kleinbus, in dem schon wieder alle Musiker Platz genommen haben.

Pfarrer Norbert Merten verabschiedet sich und übergibt noch ein Postkarte mit der Wochenlosung: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“. Dann steigt auch er ins Auto und die Fahrt geht ins nächste Dorf. Insgesamt zehn Orte gehören zum Pfarrsprengel. Am Abend gestalten die Gäste aus dem Raum Strausberg noch den Bläsergottesdienst in Rühstädt.

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