Stadtwald: Derzeit wieder Müllhalde und Rennpiste

Diese Umweltfrevler haben „fairerweise“ ihre Adressen hinterlassen.
Diese Umweltfrevler haben „fairerweise“ ihre Adressen hinterlassen.

Forstverwaltung reagiert mit Kontrollen zu unpopulären Zeiten / Verursacher erwarten empfindliche Strafen

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19. März 2015, 09:34 Uhr

Im Frühling werden vielfach auch die eigenen vier Wände aufgefrischt. Mit den Überresten häuslicher Renovierungsaktionen kann sich Stadtförster Stefan Koepp herumärgern. Denn der Wald wird wieder zur großen Deponie. Hausmüll aller Art, Elektroschrott, Dämmmaterialien, Gipskarton und Farbreste – die Liste dessen, was kurzerhand in Mutter Natur entsorgt wird, ist lang. Werden die Verursacher nicht ermittelt, dann bleibt es an der Forstverwaltung hängen, hier wieder für Ordnung zu sorgen.

Nicht nur, dass die Müllentsorgung finanziell letztlich allen auf die Füße fällt, „wir haben weder Zeit noch die Leute jetzt dafür“, bringt es der Stadtförster auf den Punkt. Denn derzeit steht im Wald die Aufforstung an, „müssen wir zusehen, dass wir die Pflanzen in den Boden bekommen“.

Wird ein Umweltfrevler erwischt, wird es teuer – bis zu 20 000 Euro kann das Bußgeld betragen. Geht gar noch eine Umweltgefährdung von den Stoffen aus, beispielsweise durch Farbreste, die das Grundwasser verunreinigen können, kommt der Staatsanwalt auf den Plan. Und das kann unter Umständen mit einer Freiheitsstrafe enden. Übrigens, im Fall der wilden Müllhalde auf dem Foto haben die Verursacher auch ihre Anschriften hier mitentsorgt.

Doch damit nicht genug der Ordnungswidrigkeiten im Wald. Mit den ersten Sonnenstrahlen werden auch die motorisierten Zweiräder wieder flott gemacht. Mit Motorrad und Krad geht es quer feldein durch den Wald. Wer erwischt wird, der zahlt. Gleiches gilt für Reiter, die abseits der großen Waldwege ihren Vierbeinern die Sporen geben. „Wir werden verstärkt jetzt zu recht unpopulären Zeiten Kontrollen durchführen.“

Denn zugenommen habe auch der Vandalismus in Mutter Natur. „Fahrzeuge werden geklaut und dann wird im Wald Gas geben, werden Bäume umgefahren, Hochsitze umgestoßen. Zu guter Letzt wurde erst kürzlich das Fahrzeug dann mitten auf der Gastrasse abgefackelt“, berichtet Stefan Koepp und schüttelt verständnislos den Kopf. Der Sachschaden, den die Rüpel angerichtet haben, ist enorm.

Das neue Grün lässt noch auf sich warten, der Waldboden ist trocken, es weht teilweise ein kräftiger Wind – „diese Zeit ist die gefährlichste für den Wald. Wir haben derzeit Waldbrandgefährdungsstufe 4. Wer da mit einer Zigarette erwischt wird, der wird zur Verantwortung gezogen. Konkret: Bei Stufe 5 sind es 150 Euro. Kraftfahrer, die jetzt auf verbotenen Wegen unterwegs sind, zahlen 500 Euro. Ein offenes Feuer im Wald ist in diesem Fall gar ein Straftatbestand, sprich hohe Ordnungsstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe drohen.

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