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Der Prignitzer

20. November 2017 | 20:18 Uhr

Stadt zumeist im Sonne-Wolken-Mix

vom

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erstellt am 12.Apr.2013 | 09:47 Uhr

Perleberg | Das Wetter hat sich geändert und ändert sich weiter. Inzwischen eine Binsenweisheit, wenn man den Wissenschaftlern glauben darf. Hobbymeteorologe Günter Redlin will es aber genau wissen, was sich wie geändert hat an dem Wetter in der Rolandstadt. So analysiert er seit Dezember all seine Aufzeichnungen, nimmt Temperatur, Niederschläge, Luftfeuchtigkeit, Windstärke, Wetterphasen, Wolkenbildung, Trocken- und Regentage noch einmal unter die Lupe. Auf zehn sogenannte Wetterelemente richtet er sein Augenmerk.

Acht dicke Bücher füllen die täglichen Aufzeichnungen. Seit 1993 notiert der Perleberger akribisch, was sich da an der Wetterfront über ihm abspielt, fertigt dazu entsprechende Diagramme und tabellarische Aufzeichnungen. Element für Element wird jetzt noch einmal detailliert betrachtet, die Entwicklung analysiert. Und da gibt es sowohl Zuwachs als auch Rückgang, betont Günter Redlin und nennt natürlich Beispiele: Hinsichtlich der Temperatur weisen seine Aufzeichnungen im Zeitraum von 1993 bis 2012 einen Zuwachs von 3,74 Grad Celsius aus. Beim Niederschlag ist es ein Plus von 9,9 Litern. Die Wolkentage hingegen sind minimal weniger geworden, exakt um 0,32 Tage. Auch weht der Wind zunehmend weniger aus Nordost und Ost bzw. Südost und Nord. Abgenommen haben auch die trockenen Tage, konkret um 0,23 Tage, leicht zugenommen haben hingegen die Regentagen, um 0,6 Tage.

31 Seiten füllt inzwischen die Analyse der ersten Wetterelemente, denn jedes für sich hat der Hobbymeteorologe nochmals auf seine Entwicklung hin betrachtet. So die Luftfeuchte im Zehn-Jahres-Rhythmus. Und danach gab es von 1990 bis 1999 den größten Zuwachs von 40,9 Prozent. Das Pendant bilden die 80er Jahre mit 1,1 Prozent.

Die Entwicklung des Wetters nach Jahreszeiten im Zeitraum von 2003 bis 2012 ist nicht minder interessant. Danach hatte Perleberg im Winter 68 Sonnentage, im Frühling waren es 206, im Sommer 108 und im Herbst 90. Wolkentage waren es 659. Vorherrschend war aber ein Sonnen-Wolken-Mix. Und den gab es in besagtem Zeitraum an 1378 Tagen. Übrigens, im Frühjahr lag dieser besonders hoch.

Zunehmen in diesen Breiten die Regentage. Im Herbst und Sommer regnete es in den neun Jahren an 287 Tagen, im Winter und Frühjahr an 223 Tagen. Schneetage gab es 103 in diesem Zeitraum - im Winter 79, im Herbst 22 und zwei im Frühjahr.

Von 3653 Windrichtungstagen kündet die Analyse des Hobbymeteorologen von 2003 bis 2012. Und betreffs der Niederschläge von 1998 bis 2012 stehen 12696 Liter pro Quadratmeter zu Buche. Auffallend sei der Anstieg bei Starkregen, das heißt 20 bis 45 Liter pro Quadratmeter binnen von maximal zwei Stunden. Davon hatten wir 76 Fälle", so Redlin.

17 500 Daten hat Günter Redlin für diese Analysen, die auch das Landesumweltamt, der Landrat und der Bürgermeister erhalten, inzwischen zusammengetragen. "Ich will einfach wissen, wohin die Reise beim Klima geht", betont der Hobbymeteorologe.

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