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Schandfleck in Perleberg soll weg : Stadt will Kiosk am „Effi“ abreißen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Städtebaulich ist das kleine Gebäude ein Schandfleck und seit Jahren wird es nicht genutzt

von
erstellt am 14.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Das Gebäude des Freizeitzentrums „Effi“ macht einen passablen Eindruck. Einzig der eingangs flankierende Kiosk ist nicht nur in die Jahre gekommen, er wirkt inzwischen hier auch fehl am Platze, zumal er seit Jahren schon keine rechte Nutzung mehr hatte. Jetzt soll er abgerissen, der Bereich gepflastert werden und eine neue Einfriedung erhalten, so die Vorstellungen der Stadt.

Gerade was Letzteres betreffe, sei die Untere Denkmalpflege mit eingebunden, denn schließlich ist das Gebäude des Freizeitzentrums, sprich das Perleberger Logenhaus, etwas Besonderes und wird seit 1998 als Einzeldenkmal geführt.

„Es bildet durch seine Vielgliedrigkeit und detailfreudige Gestaltung einen wichtigen Blickfang am Übergang von der historischen Altstadt zur Vorstadt“, erklärt in einem Beitrag Ortrud Effenberger, Sachbereichsleiterin Denkmalschutz des Landkreises.

Errichtet wurde das Gebäude 1909 nach einem Entwurf des Perlebergers Max Viereck. Jener spielte durchaus eine bedeutende Rolle im öffentlichen Leben der Stadt, war Abgeordneter, stellvertretender Bürgermeister und Mitbegründer des Perleberger Museums. Heute ist das Logenhaus „Zur Perle am Berge“ eines der wenigen im Land Brandenburg noch erhaltenen Logenhäuser.

Mit der Schließung der Perleberger Loge 1935 fungierte das Gebäude als Offizierskasino. Im Juli 1947 wurde es dann dem Finanzamt der Stadt überlassen und hier ein städtischer Kindergarten eingerichtet. 1950 wurde es „Haus der Deutsch-sowjetischen Freundschaft“ und später Jugendklubhaus, in dem unter anderem am Wochenende Tanzveranstaltungen stattfanden. 1991 wurde es dann Vereinshaus, und die Stadt übernahm es von der Loge zur Nutzung. Im Dezember 1997 zog das Freizeitzentrum „Effi“ aus der Lindenstraße in das Haus an der Stepenitz, wie Sylvia Pieper, Leiterin des Stadtarchivs, in Erfahrung brachte.

Straßenseitig an der Grundstücksgrenze stand mittig einst eine Gartenlaube. Sie zu sanieren lohnte nicht, so baute die Stadt 1950 eine neue, massive, die dann von der Gesellschaft für Deutsch-sowjetische-Freundschaft genutzt wurde. Ab 1980 wurde der Kiosk, wie die Laube im Volksmund hieß, an die Post vermietet. Bis Anfang der 90er Jahre konnte man hier Zeitungen kaufen.  

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