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Heftiger Disput in Pritzwalk : Stadt verkauft Teil des Hainholzes

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Investor Bernd-Uwe Arndt kann die Abgeordneten überzeugen. Details verschweigt er aber noch.

Die Entscheidung fiel am Mittwochabend im nicht öffentlichen Teil. Pritzwalks Stadtverordnete stimmten nach Recherchen unserer Zeitung dem Verkauf von 15 Hektar Fläche im Hainholz zu. Erworben hat sie Bernd Uwe Arndt, Betreiber der Pritzwalker Heidelbeerplantage.

Was nach einem normalen Vorgang klingt, bewegt die Pritzwalker Öffentlichkeit mehr, als den handelnden Personen lieb ist. Entsprechend emotional verlief die Diskussion im öffentlichen Teil, in dem das Thema gar nicht vorgesehen war. Manche wollten die ehemalige Baumschule auf dem Areal als solche erhalten. Sie wird aber seit mehr als zehn Jahren nicht mehr bewirtschaftet und gilt als Brachland.

Es handele sich um ein einmaliges und schützenswertes Biotop, das erhalten bleiben sollte, hieß es. Manche präferierten Freizeit, Sport, Erholung und einige Bürger wollen von weiteren Kaufangeboten wissen.

Die Vorwürfe in der hitzig und emotional geführten Debatte reichten von der Verschleuderung kommunalen Eigentums ohne finanzielle Notwendigkeit bis hin zu Vetternwirtschaft und Verkauf unter Wert.
Bürgermeister Wolfgang Brockmann dankte den Einwohnern für die zahlreichen Hinweise, stellte aber auch klar, dass er sich nicht öffentlich äußern werde, da es laut Kommunalverfassung eine Verschwiegenheitspflicht gebe.

Auf der Fläche wurden bislang in geringem Umfang Obst und Gemüse für die Tafel angebaut. Dafür habe die Stadt dem Träger andere Flächen zur Verfügung gestellt und diese wurden akzeptiert.

Die ehemalige Baumschule befindet sich im Stadtwald Hainholz, der etwa 200 Hektar umfasst. „Der Hainholz ist und bleibt Naherholungsgebiet. Wir haben viel dafür getan, haben Wanderwege ausgebaut, über einen Radweg bis Streckenthin das Gebiet erschlossen“, so Brockmann und weiter: „Wir haben keine Jagdpachten vergeben, um Konflikten mit den Erholungssuchenden aus dem Weg zu gehen und es gibt keinen wirtschaftlichen Holzeinschlag.“ In Abstimmung mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wurde der Stadtwald entwickelt und Angebote für die Erholungssuchenden gemacht, der Parkplatz ausgebaut und das Freibad stetig ausgebaut.
Aber man wolle sich einer wirtschaftlichen Entwicklung nicht verschließen, wolle Unternehmen fördern und nicht vertreiben. „Sie können sich sicher sein, dass die Abgeordneten das Für und Wider objektiv abwägen und dann eine Entscheidung treffen werden“, sagte Brockmann. Bernd-Uwe Arndt stellte sein Konzept im nichtöffentlichen Teil vor. Gegenüber unserer Zeitung wollte er sich zu seinen Plänen noch nicht äußern. Die Verwaltung bestätigte den Verkauf nicht.
 

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