zur Navigation springen
Der Prignitzer

25. November 2017 | 03:21 Uhr

Stadt lässt Altlasten beseitigen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Auf dem Kasültenplatz wird es einen Bodenaustausch geben / Grundstückspreise für die Wohnbebauung werden teurer

von
erstellt am 11.Mai.2015 | 13:14 Uhr

Frei von jeglichen Altlasten, so sollen die Baugrundstücke im geplanten Wohngebiet Kasültenplatz zum Kauf angeboten werden. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses aus. Mit dem Projekt Kasültenplatz beplant die Stadt ein Areal von rund 2,34 Hektar als Wohngebiet.

Im Zuge der Beteiligung Träger öffentlicher Belange wurde die Fläche beprobt, da sie zu den ehemaligen militärischen Liegenschaften zählt und zuletzt als Sportplatz mit Aschenbahn genutzt wurde.

Abschnittsweise wurden überschrittene Schwermetallwerte gemessen. Als Ursache vermutete man den Einbau von Schlacke und Asche auf der Laufbahn. Eine genauere, flächendeckende Untersuchung folgte.

Das Ergebnis bestätigte die Vermutung, der Boden ist belastet, nicht in Größenordnungen, aber so, dass er behandelt werden müsse, informierte Bauamtsleiter Hagen Boddin. Auf rund der Hälfte der Fläche müsse die Erde bis zu einer Tiefe von 35 Zentimetern ausgetauscht werden, auf rund 2000 Quadratmetern sogar bis in eine Tiefe von 60 Zentimetern.

Der Bodenaustausch werde gemacht, so der Bauamtsleiter. Bei der weitaus größeren Fläche schieden sich aber die Geister. Einen Spielplatz oder kleinen Gemüsegarten hinterm Haus darauf anzulegen, dafür sei er nicht geeignet.

Es sei denn, man ziehe ein 60 Zentimeter hohes Hochbeet in Betracht. Rasen oder Obstbäume könnten hingegen problemlos auf dem Boden gedeihen. Und auch die Früchte vom Baum könne man sich bedenkenlos schmecken lassen.

Insofern schlug der Planer Jörg Lewin vor, es den künftigen Bauherren zu überlassen, wo auf ihrem Grundstück Boden ausgetauscht werden solle, was sich im Kaufpreis widerspiegeln würde. „Man kann ohne weiteres darauf wohnen, allerdings darf der Boden, der beim Aushub anfalle, so nicht wieder eingebaut werden, muss entsorgt oder gewaschen werden“, erläuterte Lewin, und Antje Hartwig vom Umweltamt belegte das anhand der Messergebnisse. Das treffe beispielsweise bei der Unterkellerung zu, für befestigte Flächen, wie Carport oder Gehweg, nicht.

Bei den Mitgliedern des Ausschusses stieß diese Variante auf wenig Gegenliebe. Klaus Röpke (SPD) verwies darauf, dass der Bedarf an Bauplätzen da sei, die Stadt so vernünftiges Bauland veräußern sollte. Für Michael Hoheisel (Linke) steht außer Zweifel, dass alle die Hände heben, wenn es um die Entsorgung von Altlasten ginge. „Wir als Stadt sollten daher die gesamte Fläche entsprechend sanieren.“

Die Stadt geht davon aus, dann für rund 300 000 bzw. 350 000 Millionen Euro allein sogenannte Bodenbewegungen vornehmen zu müssen. Der Bodenpreis würde dadurch um acht bis zehn Euro pro Quadratmeter höher ausfallen als anderswo.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen