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Stadt gibt einzigartigen Wassertürmen eine Zukunft

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erstellt am 04.Jan.2012 | 07:38 Uhr

Wittenberge | Dank der Zuschüsse aus dem Fond der Denkmalpflege kann die Stadt die beiden Wassertürme auf dem Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerks (Bw) in ihrer Substanz sichern.

Langfristig sollen die Türme für den Betrieb auf dem Schaudepot genutzt werden, das sich seit Sommer auf einem Teil des ehemaligen Bw entwickeln kann. 2,6 Millionen Euro, bereitgestellt vom Land und von der Kommune, machen es möglich.

Auch wenn die beiden Wassertürme auf dem Bahngelände nicht sofort ins Auge fallen, sind sie doch von herausragender Bedeutung, bedingt durch ihre Einzigartigkeit. Dennis Kathke aus dem städtischen Bauamt hat sich bereits vor Jahren intensiv mit den beiden Gebäuden beschäftigt, weiß um deren Besonderheiten und Funktionen genau Bescheid. Der große Wasserturm, fachlich richtiger ist wohl die Bezeichnung Wasserstation, entstand 1873. Die Berlin-Hamburger-Eisenbahngesellschaft ließ ihn errichten. Im obersten Geschoss des 20 Meter hohen Bauwerks mit quadratischem Grundriss befinden sich zwei Wasserbehälter mit je 60 Kubikmeter Fassungsvermögen, im Erdgeschoss waren die Pumpen dafür angeordnet. In den beiden Geschossen dazwischen waren Diensträume und sogar eine Dienstwohnung untergebracht. Das Gebäude sei in seiner Form und Dimension in Deutschland einzigartig, so Kathke.

Als der kleine Wasserturm - er steht nur wenige Meter entfernt von der großen Station - 1898 von der Königlich Preußischen Eisenbahnverwaltung errichtet wurde, war er mit seinem achteckigen Grundriss ein preußischer Typenbau, wie er damals häufig im Norden errichtet wurde.

Heute ist er etwas sehr Besonderes. Denn er ist laut Stadtbauamt "inzwischen der letzte Turm dieser Bauart auf deutschen Gebiet". Als die Eisenbahn noch mit Dampfloks unterwegs war, wurden die Stahlrösser von diesem Turm aus mit Wasser betankt.

Jetzt warten die Türme unter erneuerten Dächern und mit wichtigen Ausbesserungen im Decken- bzw. Fassadenbereich auf ihre künftige Nutzung. Vor wenigen Tagen demontierten die Firmen bereits die Rüstungen am kleinen Wasserturm. Voraussichtlich Ende des Monats sollen auch die große Wasserstation baulich gesichert sein.

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