Verbrennung von Gartenabfällen : Stadt: „Gartenfeuer sind verboten“

Qualmende Gartenfeuer rufen Nachbarn auf den Plan.
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Qualmende Gartenfeuer rufen Nachbarn auf den Plan.

Kommune kündigt für heute strenge Kontrollen an / Landesministerium nimmt Wittenberger Verordnung unter die Lupe

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05. November 2014, 08:00 Uhr

Die Stadt will Ernst machen. Wer heute auf seinem Grundstück oder im Kleingarten ein Feuer anzündet, um sich der Dinge zu entledigen, die im Herbst dort so anfallen, muss damit rechnen, dass bei ihm ein Ordnungsamtsmitarbeiter neben dem Feuer auftaucht. Sollte sich in den Flammen etwas finden, das laut Satzung dort nicht hingehört, ist Bußgeld fällig.

Anders als in Breese, Weisen, Wentdorf, Cumlosen, Perleberg – die Aufzählung ließe sich fortsetzen – erregt das Verbrennen mittwochs und sonnabends in Wittenberge immer wieder zahlreiche Gemüter. Beschwerden häufen sich.

Hinzu kommt, dass das Land die „Ordnungsbehördliche Verordnung über das Verbrennen von Stoffen im Freien im Gebiet der Stadt Wittenberge“ – so der ganz offizielle Titel – unter die Lupe genommen und mit dem Hinweis darauf reagierte haben soll, diese Verordnung würde Verbrennungsverstößen Vorschub leisten.

Die Kommune und auch Stadtverordnete stehen nun unter Zugzwang. Die Stadt reagierte gestern erst einmal mit einer offiziellen Mitteilung unter der Überschrift „Gartenfeuer sind verboten“. Wer hinter diesem knackigen Worten eine plötzliche Änderung der Verordnung vermutet, irrt. Denn, so die Erklärung aus dem Umweltbereich des Stadtbauamtes: „Gartenfeuern waren schon immer verboten.“ Dieser Begriff tauche ja in der Verbrennordnung der Stadt auch gar nicht auf.

Das stimmt. In der Verordnung, die jeder im Internet nachlesen kann, ist die Rede von einer „Feuerstelle, die nur gelegentlich betrieben wird“. Genau definiert die Verordnung die Größe des Feuerhaufens (wohlgemerkt nicht des Gartenfeuers), damit er nicht verboten ist.

Aber zurück zum Grund allen Ärgers: Dafür sorgen jene Dinge, die trotz Verbots immer wieder verbrannt werden. Die Stadt moniert: Gartenbesitzer und -pächter werfen wasserhaltiges Grünmaterial wie Rasenschnitt und Laub oder frisch geschnittener Äste ins Feuer. Und auch das Verbrennen von Gartenabfällen sei grundsätzlich verboten.

Was bleibt dann eigentlich überhaupt noch übrig?

Auch das ist in der Verordnung in Anlehnung an die Landesgesetzgebung genau geregelt: „Das Verbrennungsverbot gilt nicht, wenn als Brennstoff ausschließlich naturbelassenes, stückiges Holz einschließlich anhaftender Rinde beispielsweise in Form von Schichtholz, Ästen und Reisig genutzt wird.“ Und selbst wenn man nur Derartiges verbrennt, darf die Nachbarschaft durch zu starken Rauch nicht belästigt werden. Halten sich Wittenberges Garten- und Grundstücksbesitzer an diese Regelung, gibt es in der Stadt künftig nur noch Lagerfeuer. Bleibt die Frage: Wie halten es die Nachbarorte? Gilt doch auch für sie das Landesgesetz.


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