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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 17:32 Uhr

Stadt – ein Juwel mit Defiziten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bürger eingeladen, Stadtentwicklung bis 2030 zu diskutieren/ Kommune hat sich vier zentrale Vorhaben auf die Fahnen geschrieben

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 13:13 Uhr

„Perleberg – aktiv und attraktiv für alle Generationen“, so hat sich die Stadt bereits 2007 in ihren Leitlinien zur Stadtentwicklung definiert. Eine Vielzahl der damals beschlossenen Vorhaben wurde umgesetzt, so Bauamtsleiter Hagen Boddin. Insbesondere ist die Sanierung der Innenstadt vorangeschritten, aber auch die Zusammenarbeit in der Region.

Einige Rahmenbedingungen haben sich aber auch geändert, ergänzt Stadtplanerin Sandra Saffran. Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung mit Unterstützung der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH (B.B.S.M.) 2015 die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK) vorbereitet. Die wurde nun der Öffentlichkeit vorgestellt und jene eingeladen, darüber zu diskutieren, wohin dieser Zug bis 2030 fahren soll.

Offensichtlich hält sich das Interesse aber in Grenzen, setzt man 12401 Einwohner mit der Handvoll, die der Einladung ins Rathaus folgten, ins Verhältnis. Dafür sah man aber Abgeordnete aller Fraktionen, Vertreter der Wohnungswirtschaft und der Verwaltung.

Aus Schlüsselmaßnahmen sind nun zentrale Vorhaben geworden. Und davon hat die Stadt vier im Visier: Belebung der Altstadt, die Stepenitz als grüner Saum, Perleberg Ost, genauer gesagt die Plattensiedlung, und das Areal um den Bahnhof, wie Roland Fröhlich von der B.B.S.M. in seiner Power-Point-Präsentation verdeutlichte. Eine Vielzahl interessanter Vorhaben stehen dafür. Stichwort Revitalisierung der Altstadt. Ein Quartierkonzept für den St.-Nikolai-Kirchplatz, der Ganzjahresbetrieb der Lotte Lehmann Akademie oder eine neue Form der Verkehrsberuhigung in der Innenstadt. Wo möglich statt Einbahnstraßen Begegnungsverkehr. Positiver Nebeneffekt: weniger suchende Autofahrer.

Perleberg ist letztlich ein gut funktionierender Stadtorganismus, so Fröhlich, ein Juwel mit Entwicklungspotenzial aber eben auch Defiziten. Zu Letzterem zählen er und Außenstehende das viele Blech in der Stadt, sprich: überall parkende Autos statt geschäftigem Treiben bzw. Flanieren. Eine zusätzliche ÖPNV-Haltestelle in der Stadt, dafür weniger Autoverkehr wäre vielleicht eine Alternative.

Eine neue Wegführung könne zudem eine bessere Anbindung von Perleberg Ost an die Stadt bringen. Wohnstätten und das Schwimmbad energetisch optimieren, die Freizeitanlage attraktiver gestalten – vieles biete sich hier an. All das und mehr wie der Neubau von Radwegen, sprich die Anbindung an den Elberadweg, eine bessere verkehrstechnische Anbindung auch der Ortsteile, Wasserwandern und Caravan werden angeführt. Auch Letzteres ist weiter im Blickfeld der Stadt.

Mit dem INSEK hat die Stadt ein Konzept, das nicht in Stein gemeißelt ist, sondern alle drei bis fünf Jahre der Entwicklung angepasst und fortgeschrieben werden muss, so Boddin. Zugleich sei es die Voraussetzung, um Fördermittel beantragen zu können. Aber im INSEK aufgenommen heiße nicht automatisch, Fördermittel zu bekommen, macht Boddin nochmals deutlich. Für eine Aufnahme ihres Projektes plädierte an diesem Abend Herbert Dreifke vom Verein Kirchturmspitze. Die BIG-Städtebau erklärte sich bereit, auszuloten, ob jenes Projekt möglicherweise in die Förderung passe.

Stefan Kunzemann vom Altstadtverein brach abermals eine Lanze für den Erhalt der Parzellenstruktur in der Altstadt. Nicht abreißen und Parkplätze schaffen, sondern sichern bis sich ein Nutzer finde. Ebenso das Plädoyer von Matthias Sommer für eine Lückenbebauung. „Auch wir sind dafür, aber es muss sich auch jemand dazu bereit erklären“, so der Bauamtsleiter.

Kein zentrales Vorhaben sind die Kasernen. Das heißt aber nicht, dass man sie komplett abgeschrieben hat. Sie sind als weitere Maßnahme im INSEK enthalten. Ein interessanter Vorschlag dazu kam von Klaus Neumann, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft GWG: Internationale Wettbewerbe für die Ideen zum Kasernengelände zu nutzen.  

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