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Energiepreise Prignitz : Stabiler Strompreis in 2016

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Versorger PVU feiert 25-jähriges Bestehen / Holger Lossin über Börsenpreise und neue Herausforderungen

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 00:33 Uhr

Der Strompreis bleibt 2016 stabil. Das ist die gute Nachricht, die Holger Lossin verkündet. Er ist Geschäftsführer der PVU Energienetze GmbH in Perleberg, die einen beachtlichen Teil des Landkreises mit Strom und Trinkwasser versorgt. Im Herbst feierte das Unternehmen sein 25-jähriges Jubiläum. „Prignitzer“ Redakteur Hanno Taufenbach spricht mit Holger Lossin über Energiewende und Strompreise.

Herr Lossin, keine Woche vergeht, ohne dass der Strompreis nicht thematisiert wird. Verraten Sie uns bitte, was Ihre Kunden 2016 erwartet.
Holger Lossin: Wir werden den Strompreis im Netzgebiet der PVU stabil halten. 2012 bis 2014 mussten wir unseren Preis anheben, in diesem Jahr konnten wir ihn reduzieren.

Kaufen Sie den Strom für die Prignitzer Kunden an der Börse ein?
Lossin: Wir kaufen zu börsenorientierten Preisen bei verschiedenen Unternehmen ein. Sie können heute für morgen kaufen, für einen Monat oder ein ganzes Jahr. Wir schauen jeden Tag auf die Preise, kaufen aber eher mittel- und langfristig ein.

Börse klingt immer auch ein wenig nach Spekulation.
Lossin: Wie an jeder anderen Börse kann man auch an der Strombörse spekulieren, mit gutem oder weniger gutem Ausgang. Wir machen keine Experimente, denn am Ende müssten diese unsere Kunden bezahlen. Jedes unserer Projekte wird sorgfältig abgewogen.

Interessiert ein regionales Unternehmen der Atomausstieg?
Lossin: Natürlich, das ist auch für uns keine Marginale. Der Energiemix bestimmt im Wesentlichen den Strompreis. Durch den Ausbau der Windkraft und der Photovoltaikanlagen ist Deutschland besser auf den Ausstieg vorbereitet, als das noch vor ein paar Jahren der Fall war. Aber ohne konventionelle Kraftwerke geht es noch nicht. Sonnen- und Windenergie sind zu schwankend und kaum speicherbar.

Kann ich bei Ihnen reinen Ökostrom beziehen?
Lossin: Das können Sie, aber unser Absatz ist gering. Der Ökostrom ist etwas teurer und die Nachfrage bei uns kaum spürbar

Welche Orte versorgen Sie mit Strom?
Lossin: Wir betreiben das Stromverteilnetz in Perleberg ohne Quitzow, Sükow und Dergenthin. Den Strom liefern können wir auch in anderen Netzen, beispielsweise in ganz Brandenburg und Mecklenburg Vorpommern.

Wie ist Ihr Versorgungsgebiet insgesamt strukturiert?
Lossin: Mit Erdgasverteilnetzen sind wir in Perleberg und Quitzow vertreten, außerdem in Karstädt und Dallmin, Groß Pankow mit Wolfshagen, Rühstädt und Breese sowie Weisen. Das Erdgas liefern können wir auch in anderen Netzen, nicht nur in die eigenen. Trinkwasser bekommen die Haushalte in Perleberg und in allen Ortsteilen von uns. Wärme liefern wir in Perleberg, Karstädt, Wittenberge, Bad Wilsnack und Dallmin.

Ist das ein konstanter Absatzmarkt oder gab es Veränderungen?
Lossin: Wir können von einem leichten Wachstum sprechen. In der jüngeren Vergangenheit haben wir die Konzession für das Gasnetz in Kyritz erhalten und auch Breese und Weisen sind dazu gekommen. Für uns waren das wirtschaftlich wichtige Schritte zur Sicherung der langfristigen Entwicklung von PVU. Wir beobachten den Markt weiter und schließen ähnliche Schritte nicht aus.

Wer entscheidet über diese Schritte?
Lossin: Die PVU hat zu 50 Prozent kommunale Gesellschafter wie Perleberg, Bad Wilsnack, Karstädt und der Landkreis, 50 Prozent gehören der Gelsenwasser AG aus Gelsenkirchen. Die Gesellschafter treffen zukunftsweisende Entscheidungen gemeinsam.
Der Trinkwasserbereich zählt zu den kleineren Standbeinen. Woher beziehen Sie das Wasser?
Lossin: Ausschließlich aus dem Wasserwerk in Wüsten Buchholz, welches wir umfassend modernisiert haben. Die Qualität des Wassers hat Spitzenniveau.

Wie groß sind die Vorräte?
Lossin: Fast möchte ich sagen unbegrenzt. Sie müssen keine Sorge haben, dass es knapp wird. Der Verbrauch liegt annähernd konstant bei 95 Liter pro Tag und Einwohner. Zum Vergleich: In der von Dürre geplagten Region Kalifornien sind es 446 Liter.

Das Wasser geht Ihnen also nicht aus. Aber wie steht es um den beruflichen Nachwuchs?
Lossin: Wir sind 30 Mitarbeiter und bilden für den kaufmännischen sowie technischen Bereich aus. Aktuell haben wir einen Lehrling, ein Mitarbeiter studiert berufsbegleitend. Beides entspricht unserer Intention, den Nachwuchs selbst heranzuziehen. Fachkräfte sind knapp und wir wollen mit den Menschen arbeiten, die hier in der Region leben.

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