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Deichbau abgeschlossen : Spundwand mit grünem Erdmantel

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der 1,3 Kilometer langer Aschnitt zwischen Hinzdorf und Scharleuk ist fürs nächste Hochwasser gerüstet

von
erstellt am 17.Dez.2014 | 22:00 Uhr

„Heute ist ein guter Tag“, sagt Peter Ehrhorn. Der Zwischendeicher spricht für sich und die anderen vier Ortsbürgermeister aus den kleinen Elbdörfern. Und er spricht als Feuerwehrmann. Im Juni 2013 kämpften Kameraden der Hinzdorfer Wehr Seite an Seite mit Bundeswehrsoldaten darum, den 1,3 Kilometer langen Deichabschnitt zwischen Hinzdorf und Scharleuk gegen die Flut zu verteidigen. Es gelang – zum Glück. Als das Land nach der Flut festlegte, wo sofort gehandelt werden muss, war dieser Abschnitt darunter, gehöre zu jenen mit der höchsten Priorität. Jetzt ist der Schutzwall für 2,4 Millionen Euro saniert worden. „Beim nächsten Hochwasser haben wir es hier sehr viel leichter“, sagte gestern Ehrhorn voller Überzeugung.

Ein Jahr hat der Deichausbau gedauert, davon neun Monate reine Bauzeit. In den ersten drei Monaten musste die Deichtrasse soweit von Baumbewuchs befreit werden, dass die Dessauer Firma Umwelttechnik und Wasserbau GmbH mit ihrer Technik überhaupt zum Einsatz kommen konnte. Der Schutzwall verläuft in diesem Bereich nämlich auf einem mit Eichen und Kiefern bewachsenen Dünengelände. Der Waldbestand sollte weitgehend erhalten werden. „Wir haben dafür eine praktikable Lösung gefunden“, sagte gestern Ingolf Marx. Wie der Mitarbeiter des Landesumweltamtes erklärt, bilden hier Metallspundelemente den eigentlichen Deichkörper. Die Dessauer Firma Umwelttechnik und Wasserbau hat die bis zu zwölf Meter langen und einen Zentimeter starken Stahlelemente zu etwa zwei Dritteln in den Untergrund gerammt, oder besser mittels starker Vibration quasi in den Untergrund geschoben. So werden sie dem riesigen Druck der Wassermassen bei einer Flut standhalten, sagen die Wasserbauer. Die aus dem Erdreich ragenden Stahlwände wurden mit Erde an- bzw. aufgeschüttet. Bernd Lindow sprach gestern scherzhaft von einem grünen Mantel. Der Sachbereichsleiter Natur- und Gewässerschutz bei der Kreisverwaltung dankte auch im Namen von Landrat Torsten Uhe für die Arbeit, „die hier so schnell und so qualitativ gut geleistet wurde“. Seine Worte galten sowohl der Dessauer Firma, die als Spezialist auf dem Gebiet gilt, „wie auch der Bauüberwachung, die in den Händen des Ingenieurbüros Büro Pöyry lag, und anderen Dienstleistungsträgern“. Sie hätten für ein Bauwerk gesorgt, „das dem heutigen Bemessungshochwasser von 7,99 Meter plus einem Meter Freibord“ standhält.

 

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