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Der Prignitzer

23. November 2017 | 12:34 Uhr

Sportverein fühlt sich alleingelassen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sperrvermerk für neues Multifunktionsgebäude wirft bei SSV Fragen auf /Unternehmer wirbt für Unterstützung

von
erstellt am 17.Mär.2017 | 08:19 Uhr

Es wird gebaut. Einzig wie, das sollte eine Wirtschaftlichkeitsprüfung ergeben. So verstand Ramona Bahl, Vorstandsmitglied des SSV Einheit, die Aussage für das neue Multifunktionsgebäude auf dem Jahn-Sportpark im Kulturausschuss. Im Stadtentwicklungsausschuss klang es ähnlich, verwies Kämmerin Ute Brüggemann darauf, dass man bestrebt sei, bis zum Finanzausschuss eine günstigere Lösung zu finden. Diese stellte Architekt und Ausschussmitglied Matthias Wieck dort vor. Im Stenogrammstil: Neubau ist kostengünstiger als Anbau an das Vereinshaus. Zumal Letzteres dann auch den aktuellen Anforderungen u. a. an den Brandschutz angepasst werden müsse. Den Neubau offerierte er in abgespeckter Form – ohne Jugendraum. Umkleiden, Sanitärtrakt alles eine ganze Nummer kleiner. Summa summarum eine Einsparung von 200 000 Euro, kostenmäßig liege man damit bei 400 000 Euro. 115 000 Euro Fördermittel plus 90 000 Euro Eigenmittel des Vereins, rechnet Ramona Bahl vor.

Doch der AG Haushalt reicht das nicht. Sie plädierte weiter für den Sperrvermerk, der Finanzausschuss folgte dem und empfiehlt unter dieser Maßgabe den Haushalt zur Beschlussfassung an die Stadtverordnetenversammlung.

Was aber wolle man noch prüfen, fragt sich der SSV und befürchtet, dass man gar nicht das Problem lösen wolle. Ein Beleg: Der Vergleich mit Eiche 05 Weisen, wo man laut AG mit zwei Kabinen auskäme. „Der Vergleich hinkt“, führt Frank Plokarz, Stellvertretender Vorsitzender des SSV Einheit, an. Bei Eiche spielen elf Mannschaften, bei uns sind es 15, davon elf allein im Juniorenbereich, plus Krankenhausverein, teilweise Groß Buchholz, die Leichtathleten, die Polizei, der DFB-Stützpunkt Fußball und nicht zu vergessen der Schulsport. Für alle haben wir drei Umkleiden.“

Großes Gewicht lege man auf die Kinder- und Jugendarbeit, die in Sportvereinen ländlicher Regionen, wie Groß Buchholz oder Dergenthin, nicht mehr stattfinde. „Allein 109 Kinder aus dem Umland sind bei uns“, sagt Karolin Torster. Sie trainiert den Nachwuchs.

Davon habe sich bis dato aber noch so gut wie kein Abgeordneter ein Bild gemacht, auch nicht die AG Haushalt. Der Termin vor dem Finanzausschuss war kurzfristig, das Platzproblem ist aber seit langem bekannt. Nicht von ungefähr hatte Ramona Bahl im Kulturausschuss die Abgeordneten auf das Sportareal eingeladen.

Ein weiterer Aspekt: Der SSV ist „nur“ Nutzer des Areals, aber nicht alleiniger. Der Sportpark selbst gehört der Stadt und wird von der GWG bewirtschaftet. In diesen Gremien herrscht offensichtlich auch Konsens, dass man etwas tun müsse. Dass sich der Verein selbst mit einer stattlichen Summe in ein städtisches Objekt einbringen will, spricht einmal mehr dafür, wie sehr diesem die Kinder- und Jugendarbeit am Herzen liegt.

Thomas Telaar, Geschäftsführer Schlachtbetrieb GmbH und der K & K Petfood GmbH, sieht es auch als wichtig an, dass in öffentlich stark frequentierten Einrichtungen, in denen sich Ehrenamtler so engagieren, investiert werden müsse. Dem Verein unterbreitete er den Vorschlag, Gewerbetreibende um Unterstützung zu bitten.  

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