Endlose Debatte in Perleberg : Sportplatzanbau: Das Streiten geht weiter

Den Debatte um einen Anbau an das Vereinshaus ist noch nicht beendet.
Den Debatte um einen Anbau an das Vereinshaus ist noch nicht beendet.

Stadtentwicklungsausschuss sind die 450 000 Euro in der neuen Variante zu viel

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18. Mai 2017, 05:00 Uhr

April, April – und das im Mai. Die Stadtverordnetenversammlung hatte vor 14 Tagen den Sperrvermerk für ein neues Funktionsgebäude auf dem Jahn-Sportpark aufgehoben und damit den Weg frei gemacht für die Umsetzung des Projektes. Allerdings mit dem Haushaltsansatz von 350 000 Euro, den die Linke eingebracht hatte.

Der Kulturausschuss stimmte nur eine Woche später für 450 000 Euro und eine Nutzungsfläche von 246 Quadratmetern. Das sind fünf Quadratmeter pro Umkleide mehr und ein bis dato nicht vorhandener öffentlicher Toilettentrakt einschließlich behindertengerechtem WC. Außerdem würde der Neubau an das bestehende Vereinsheim angebunden, es gibt eine gemeinsame Heizungsanlage. All das macht die Mehrkosten von 100 000 Euro aus.

Grundlage dafür war eine detaillierte Bedarfsermittlung, unterlegt mit Trainings- und Spielzeiten und mit Schülerzahlen sowie deren Entwicklung bis 2021/22, denn die Anlage wird auch für den Schulsport genutzt. Auch künftige Pläne wie die Sanierung des Vereinsgebäudes berücksichtigt die Analyse.

Das Gros der Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses fühlte sich am Dienstagabend von diesem Vorstoß, der sie als Tischvorlage erreichte, überfordert, wie es Ausschussvorsitzende Sabine Ott (Linke) formulierte. Udo Becker (CDU) plädierte für ein Gesamtkonzept, bevor er dem Anbau zustimme, Klaus Röpke (SPD) empfand die Baukosten pro Quadratmeter als überaus stattlich, Hans-Peter Steinke (CDU) fühlte sich von der Verwaltung vorgeführt und Karl-Friedrich Meinert (CDU) schlug vor, erst die Ausschreibung abzuwarten und dann zu entscheiden, was auch die Zustimmung anderer fand. Einzig Jan Domres (Linke) betonte, dass mit dem Kulturausschuss Abgeordnete einhellig der Aufstockung zugestimmt haben und man den Schwarzen Peter nicht nur der Verwaltung zuschieben könne. Und besagte Abgeordnete haben ausgehend vom analysierten Bedarf Einsicht in die Notwendigkeit walten lassen, der neuen Variante so den Vorzug gegeben.

„Und diese passt schon“, räumte Hans-Peter Steinke, wie auch andere Bauausschussmitglieder ein. Dennoch lehnten sie die neue Variante mehrheitlich ab: Zwei stimmten dafür, zwei dagegen und drei enthielten sich. Damit wurden die Ausschussmitglieder ohne Meinung zum Entscheider.

Das Argument von Karsten Schulz (sachkundiger Einwohner für die FDP), eine Ausschreibung ohne gesicherter Finanzierung gehe nicht, verhallte. Auch das Argument der Kämmerin Ute Brüggemann, die Finanzierung sei gesichert, eine Verschuldung drohe nicht, zog nicht. 

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