Sporthalle: Schallschutz wird teuer

<strong>Die Allende-Halle</strong> ist nicht nur für  den Schulsport unverzichtbar. <foto>archiv</foto>
Die Allende-Halle ist nicht nur für den Schulsport unverzichtbar. archiv

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21. März 2013, 10:20 Uhr

Wittenberge | Lehrer, Eltern, Schüler aus der Grundschule IV machen Druck. Sie wollen, dass die Sporthalle an ihrer Schule akustisch gedämmt wird. Wer an dieser Stelle spart, so heißt es sinngemäß in einem Brief aus der Schule, der im Zuge des Haushaltsdebatte an jeden einzelnen Abgeordneten ging, nehme billigend in Kauf, "dass Kinder, Lehrer und andere Nutzer der Sporthalle gesundheitliche Schädigungen erleiden können".

In den Haushaltsplan für dieses Jahr haben die Stadtverordneten die Allende-Halle zwar aufgrund der akuten Finanznot Wittenberges doch nicht aufgenommen (der "Prignitzer" berichtete), sich aber per Protokollnotiz dazu verpflichtet, "das Projekt 2013 anzugehen".

Das Projekt Allende-Halle, um beim Wort zu bleiben, kann richtig teuer werden. Wittenberges Bauamtsleiter Martin Hahn legte am Dienstagabend in der Sitzung des Bauausschusses Zahlen auf den Tisch. Neben der reinen Dämmung, um den Lärmpegel zu senken, wäre es sinnvoll, auch über die Erneuerung der Sanitäranlagen nachzudenken. Eingriffe an der Decke, den Wänden und am Fußboden, um die Akustik zu verbessern, zögen zwingend Veränderungen bei den Sportgeräten nach sich, die in Wände und Boden eingelassen sind. Auch über andere Veränderungen müsste in dem Zusammenhang nachgedacht werden. Die Abtrennung bestimmter Räume und Bereiche beispielsweise funktioniere noch, entspreche aber nicht mehr heutigem Standard. Allein die Kosten für die Modernisierung des Sozialtraktes bezifferte Hahn auf zirka 580 000 Euro. Die Akustikdämmung und Veränderungen in der Raumstruktur sind insgesamt mit zirka 320 000 Euro zu veranschlagen. Hahn plädierte und die Mehrheit des Ausschusses unter Vorsitz von Karsten Korup (SPD) folgte dem, für ein Gesamtkonzept, wie die Turnhalle im Innern modernisiert werden kann.

Errichtet wurde die Sporthalle 1975 im Zusammenhang mit dem Neubau von zwei Schulen. Weder in den dann noch folgenden 14 Jahren DDR-Zeit noch in den sich anschließenden gut 23 Jahren nach der Wende modernisierte der jeweilige Schulträger das Innere der Halle. Das bestätigte gestern auf Nachfrage auch Wittenberges Bauamtsleiter im Ruhestand, Ulrich Siodla. Das Konjunkturpaket zur Belebung der Wirtschaft vor einigen Jahren machte allerdings eine energetische Außensanierung möglich. Für ein moderneres Innenleben waren die Fördergelder aber nicht einsetzbar.

Jetzt wird die Kommune sich wieder um Fördergeld bemühen. Außerdem soll, so der Tenor im Bauausschuss, das Fachamt ein Konzept erarbeiten. "Vorn an sollte der Schallschutz stehen", so Karsten Ko rup. "Schließlich geht es um die Gesundheit der Schulkinder und der anderen, die hier Sport treiben".

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