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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 06:26 Uhr

Spinner: Die Gefahr ist nicht gebannt

vom

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2012 | 08:25 Uhr

Prignitz | Wachgerüttelt durch das massive Auftreten des Eichenprozessionsspinners und durch unsere forcierte Berichterstattung im Frühjahr, bleibt die Landesregierung an diesem Thema dran. Gestern gab sie eine Warnung an die Prignitzer heraus und mahnt zur Vorsicht beim Einsammeln von Herbstlaub.

In den Verbreitungsgebieten des Eichenprozessionsspinners seien einige Regeln zu beachten, um sich vor den aufwirbelnden Gifthaaren der Eichenprozessionsspinnerraupen zu schützen, informierte gestern das Landwirtschaftsministerium. Denn auch wenn die Raupen für dieses Jahr ihr kurzes Leben beendet haben, ihre giftigen Brennhaare sind nicht verschwunden, warnen die Experten.

Besonders tückisch seien die alten, am Eichenbaum verbliebenen Gespinstnester. Darin enthaltene Raupenhaare verlieren ihre gesundheitsgefährdende Wirkung oft erst nach Jahren. Sie fallen nach und nach herunter und lagern sich auf der Erde und im Laub ab oder werden vom Wind in die Umgebung verweht.

Ist die Arbeit mit Eichenlaub nicht zu vermeiden, erledigt man diese möglichst bei feuchtem Wetter, heißt es in der Presseerklärung. Die Gefahr des Einatmens von staubiger und mit Raupenhaaren belasteter Luft werde so verringert. Das Laub sollte nie mit bloßen Händen angefasst werden.

Spaziergänger und Jogger sollten Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen tragen. Damit von unten keine Gifthaare in die Hosenbeine gelangen, müssen diese über den Schuhen verschlossen werden. Ebenfalls wichtig sei der Schutz empfindlicher Körperteile wie Hals und Nacken. Denn je öfter es zur Berührung mit den Brennhaaren der Eichenprozessionsspinnerraupen komme, desto sensibler reagiere der Körper auf das darin enthaltene Gift.

Auch wenn man beim ersten Mal vielleicht nur geringe Symptome wie Hautrötungen oder Juckreiz verspürt, schon beim zweiten oder dritten Kontakt kann es zu stärkeren Reaktionen kommen. Im schlimmsten Fall rufen die Raupenhaare Bronchitis, asthmatische Beschwerden oder pseudoallergische Schockreaktionen hervor.

Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in Kontakt mit den Raupenhaaren gekommen ist, sollte sofort duschen und die Haare waschen. Die belastete Kleidung keinesfalls in der Wohnung ausschütteln, sondern so heiß wie möglich - am besten bei 60 Grad Celsius - waschen. Treten dennoch allergische Symptome auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diese Tipps hat eine Arbeitsgruppe aus Vertretern mehrerer Ministerien, von Landkreisen und von Kommunen sowie weiteren Experten zum Thema Eichenprozessionsspinner zusammengestellt. Einer der Aufträge dieser Runde ist, Bürger bei der Bekämpfung des allergieauslösenden Schädlings mit Rat und Tat beiseite zu stehen.

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