zur Navigation springen
Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 21:43 Uhr

Spielend richtig sprechen lernen

vom

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2012 | 06:04 Uhr

Prignitz | Sich richtig artikulieren zu können, das Auto oder den Teddy deutlich beim Namen nennen zu können, ist schon allein beim Spielen im zarten Kindesalter hilfreich. Aber noch viel mehr in Vorbereitung auf die Schule. Deshalb nimmt gerade in den Kindertagesstätten die Sprachförderung einen wichtigen Platz ein. Und das um so mehr, da die Zahl der Mädchen und Jungen mit Sprachentwicklungsstörungen bundesweit zunimmt. So jedenfalls die Feststellung bei Einschulungsuntersuchungen in den vergangenen Jahren.

Nicht alle betroffenen Kinder brauchen deshalb eine logopädische Therapie. Oft reicht es aus, wenn in ihrem direkten Umfeld der Sprachentwicklung mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird, also auch in den Kindereinrichtungen.

61 Erzieherinnen und Vertreter der Träger von Kindertagesstätten im Landkreis Prignitz nahmen deshalb an der Auftaktveranstaltung für ein Projekt zur Sprachförderung in den Kindertagesstätten teil. Denn durch den Einsatz von Sprachberaterinnen bzw. -beratern soll die Weiterentwicklung auf diesem Gebiet forciert werden. Bereits vorhandene regionale Angebote sollen gebündelt und neue Partner gewonnen werden. Einen Arbeitsschwerpunkt werde dabei die konzeptionelle und fachliche Beratung und Begleitung in den Einrichtungen darstellen.

Neu ist das Thema in der Prignitz allerdings nicht. Bereits seit 2006 arbeiten die Kindertagesstätten (Kita) im Landkreis mit dem Landesprogramm zur kompensatorischen Sprachförderung. "In jeder Einrichtung gibt es eine qualifizierte Kraft, die sich bislang insbesondere um die Vorschulkinder mit Sprachauffälligkeiten kümmert. In der Weiterentwicklung dieses Ansatzes soll die Sprachförderung künftig für alle Altersgruppen in den Kita-Alltag integriert werden" verdeutlicht Praxisberaterin Sabine Nitzow aus dem Jugendamt. "Dafür stellt das Land Brandenburg in diesem Jahr etwa eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung. Mit diesen Mitteln sollen Stellen für Sprachberaterinnen und -berater in Brandenburg geschaffen werden."

Das Prignitzer Jugendamt will das Projekt "Sprachberater" in Zusammenarbeit mit dem Berliner Institut für Frühpädagogik (BIfF) durchführen. Das gemeinsame Konzept soll bis August 2013 in Kooperation mit 15 Kindertagesstätten umgesetzt werden. Hauptsächliches Ziel sei die Verbesserung der Sprachförderung in der Kindertagesbetreuung durch direkte Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte an ihrem Arbeitsplatz. "In der Praxis sieht das so aus, dass ein Team von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts die Kitas jeweils vier Tage direkt vor Ort begleitet. Auf Grundlage einer Analyse der sprachbezogenen Voraussetzungen in den Einrichtungen erfolgt eine gezielte Fortbildung aller Erzieherinnen und Erzieher der Einrichtung. Auch hinterher steht das Institut beratend zur Verfügung", beschreibt Sabine Nitzow. Begonnen werde in Einrichtungen der Städte Wittenberge, Perleberg und Pritzwalk. Das Projekt soll künftig aber auch in allen anderen Einrichtungen umgesetzt werden, Voraussetzung sind allerdings die für die kommenden Jahre in Aussicht gestellten Fördermittel des Landes.

Laut Sabine Nitzow waren die Erzieherinnen der teilnehmenden Kitas begeistert von dieser Art der Fortbildung. Sie erhielten viele neue Informationen zum Thema und vor allem auch zu ihrer eigenen Bedeutung als Sprachvorbild in den Einrichtungen. So äußerte die Leiterin der Kita "Gänseburg" in Putlitz, Ines Müller, spontan ihr Interesse, an dem Projekt möglichst noch in diesem Jahr teilnehmen zu können. Ihre Einrichtung hat sich gerade in diesem Jahr das Thema Sprache als Schwerpunkt gesetzt. "Ich messe der Sprache eine große Bedeutung bei, weil sie ein alltägliches Instrument unserer Arbeit ist. Je alltäglicher Dinge werden, desto weniger reflektiert man sie. Deshalb sind aus meiner Sicht die Reflexion von außen und die Begleitung durch dieses Projekt so bedeutsam, das birgt eine große Chance", so Ines Müller.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen