Wittenberger Projekt soll in Gang kommen : Spenden Sie für den Glockenturm

Die Inititatoren und Unterstützer des Projekts.
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Die Inititatoren und Unterstützer des Projekts.

Für feierliches Geläut auf dem Friedhof wird die Hilfe vieler benötigt

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15. April 2017, 12:00 Uhr

Lutz Dieckmann schlägt mit dem Klöppel leicht die Glocke an. Sie antwortet mit einem sanften vollen Ton. An die 400 Jahre soll die Glocke alt sein und aus Frankreich stammen. Wo überall sie bereits für Menschen läutete, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben. Nun aber beginnt für die Glocke ein weiteres Leben. Sie soll einen Platz auf dem hiesigen Friedhof erhalten. „In Süddeutschland gibt es wohl auf jedem Friedhof eine Glocke, die zu Beisetzungen geläutet wird.“ Dieses Läuten begleite die Toten feierlich auf ihrem letzten Weg, sagt Dieckmann. Hier in Wittenberge fehle ihm das.

Dieckmann ist Stadtverordneter (UBG) und in dieser Funktion Vorsitzender des Werkausschusses für den Betriebshof, zu dem der Friedhof gehört. Er hat sich mit seinen Abgeordnetenkollegen im Ausschuss ins Vernehmen gesetzt, stieß – wie auch in der Verwaltung – auf Verständnis, auf Zustimmung.

Dass die Glocke nach Wittenberge kam, ist Dieckmann zu danken. Er hatte sich, wie er sagt, auf Spurensuche begeben, ist bei einem Glockensammler in Bayern fündig geworden. Am Telefon habe er die Glocke das erste Mal klingen hören, war angetan. Der Ausschussvorsitzende spendete das Geld für den Kauf. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Betriebshofschef Rainer Wöhlert ging es nach Bayern. Die Barockglocke kam in die Prignitz.

Auf dem Friedhof ist das Areal gefunden, auf dem sie ihren Platz erhalten soll, sagen Betriebshofchef Andreas Grieswald und Friedhofsverwalter Ingo Lipinski. Nun fehlt aber noch der Turm bzw. Glockenstuhl. Angedacht ist ein schlichter Rundbogen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf zirka 13  500 Euro. „Diese Summe möchten wir durch Spenden aufbringen“, sagen Dieckmann, Grieswald und Lipinski.


Die ersten Unterstützer sind bereits gefunden


Groß ist die Freude, dass die ersten Gelder, aber auch materielle Leistungen bereits zugesagt sind. Der Inhaber des Bauunternehmens KAGÖ wolle das Fundament für den Turm auf eigene Kosten errichten. Die Volks- und Raiffeisenbank Prignitz hat eine Spende von 2500 Euro zugesagt.

Der Betriebshof unterstützt das Vorhaben tatkräftig und übernimmt Schachtungsarbeiten.

„Der Glockenstuhl“, wie Uwe Siefke ihn nennt, „wird aus Lärchenholz gefertigt.“ Siefke ist Inhaber der Werkstatt für Glockenanlagen und Turmuhren und in das Projekt miteinbezogen. „Wir haben einen Fachmann gesucht, denn die Aufhängung unserer Glocke hatte einen feinen Riss. In Plattenburg sind wir fündig geworden. Dort haben wir Uwe Siefke kennengelernt“, erzählt Dieckmann.

Wie Siefke sagt, „musste das Blatt geschweißt werden“. Blatt nenne man die für aus Frankreich stammende Glocken typische Aufhängung, erklärt der Meister. Er sorgte dafür, dass die Wittenberger Friedhofsglocke in einer der wenigen Spezialfirmen Deutschlands, in Nördlingen geschweißt wurde und versah sie dann noch mit einem Joch aus Eiche. Auch der Klöppel ist neu. „Ich habe ihn exakt für diese Glocke berechnet und gefertigt. Die Idee für den schlichten, zeitlosen Glockenturm entwickelte Uwe Siefke gemeinsam mit einem Tischlermeister in Beuster. Damit er gebaut werden kann, geht die Bitte um Unterstützung an die Wittenberger. „Jeder Euro zählt“, bekräftigt Dieckmann.

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