Denkmalsanierung in Garsedow : Speicher hat 500 Jahre im Gebälk

Gabriele und Horst Schönfeld an der Tür, die in die Knechtkammer führte.
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Gabriele und Horst Schönfeld an der Tür, die in die Knechtkammer führte.

Horst und Gabriele Schönfeld beginnen mit der Sanierung des Denkmals auf ihrem Deichhof in Garsdow

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12. März 2016, 05:00 Uhr

In dem knapp 30-Seelen-Dorf Garsedow befindet sich bewiesenermaßen die älteste bislang bekannte Scheune des Landes Brandenburg. Sie steht auf dem Deichhof. Horst und Gabriele Schönfeld haben ihn vor gut zwei Jahren erworben und einen Teil des Deichhofs zu einer Pension im Landhausstil ausgebaut.

Jetzt wendet sich das engagierte Paar der Scheune, oder besser ausgedrückt, dem Speicher zu. Horst Schönfeld, von Beruf Bauingenieur, hat den Bauantrag gestellt. Er sagt: „Wir werden den Speicher in sehr enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz sanieren.“ Kreislichen Denkmalschützern war vor zwei Jahren das etwas windschiefe und vom Zahn der Zeit angenagte Gebäude bei einer Hofbegehung besonders ins Auge aufgefallen.

Einem Laie hingegen fällt an dem mit Ziegeln ausgefachten Fachwerkhäuschen nichts Besonderes auf. Und mancher Bekannte hatte seinerzeit den Schönfelds sogar den Rat gegeben: „Schiebt doch den alten Schuppen zusammen und stellt euch etwas Neues hin.“ Für Gabriele und Horst war das aber nie eine Option. Und das nicht nur , weil das an die seitliche Hofmauer geschmiegte Häuschen unter Denkmalschutz steht. „Wir wollen ja gerade das Alte, Historische erhalten, weil es für unseren Hof typisch ist, ihn seinen unverwechselbaren Charakter verleiht“, sind sich Schönfelds einig.

Dass eine dendrochronologische Untersuchung, also eine Bestimmung des Holzalters vor zwei Jahren ergab, dass das Holz für den Fachwerkbau zwischen 1540 und 1550 geschlagen wurde, sie damit also ein fast 500 Jahre altes Gebäude behüten müssen, empfinden beide nicht als Last. „Wir freuen uns“, sagen die Eheleute und versichern, dass sie schon einige Ideen für die Nutzung im Kopf haben. „Aber erst einmal wird saniert“, so Horst Schönfeld. Bekannt ist, dass in dem Speicher einmal Tiere gehalten wurden. Von Pferden ist die Rede, aber auch von Schafen. Allerdings hatte dort auch der Hofknecht sein Zuhause. „Die Kammer ist nicht größer als 1,50 Meter mal 2 Meter. Ein Bett hatte Platz, und es gibt noch ein Loch, wo wohl mal ein Plumpsklo war“, sagt Schönfeld. Und dann erzählt das Ehepaar von einem Foto, das an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstanden sein muss. „Damals hatte der Speicher noch ein Reetdach. Wir werden ihn wieder so eindecken.“ Zuvor müsse allerdings die aus dem Lot geratene Gründung aus Feldsteinen wieder in Ordnung gebracht werden. Darauf befindet sich eine Ziegelrollschicht, über der sich das Fachwerk befindet. Bis auf vier Gefache sind alle ausgemauert. Die Steine werden nach historischem Vorbild durch Weidengeflecht, „wie es für unsere Gegend typisch ist, und Lehmverputz ersetzt, erklärt Schönfeld als Bauspezialist. Seine Frau und er haben auch schon Ideen, wie bei Erhalt der kleinen Türen und Fensterluken Licht ins Gebäude kommen kann. Alles in Absprache mit dem Denkmalschutz natürlich, mit dem man gut zusammen arbeiten könne.  

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