Speicher: Abgeordnete müssen sich entscheiden

Von der Wasserseite her prägen die Speicher die Silhouette von Wittenberge. Barbara Haak
Von der Wasserseite her prägen die Speicher die Silhouette von Wittenberge. Barbara Haak

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07. September 2012, 07:07 Uhr

Wittenberge | Am Montag diskutieren Bau- und Finanzausschuss auf einer Sondersitzung über die Zukunft der Hafenspeicher. Der Kleinste dürfte nicht das Thema sein. Er könnte auf Grund seiner Baulichkeit umgenutzt werden, künftig beispielsweise schicke Wohnungen beherbergen. So war es in letzter Zeit häufig von Abgeordneten zu hören. Das Problem sind die beiden großen Denkmalgebäude. Teile der vorgesetzten Mauerwerksfassade sind abgestürzt. Im Speicherinneren befinden sich riesige Betonbehältnisse.

Was kostet die Sanierung? Lohnt sie sich überhaupt? Wie sieht die Zukunft der Denkmal speicher aus? Der bisherige Nutzer kündigte, weil ihm die Stadt nach Auftreten der Schäden dazu riet. Damit entfällt für die Kommune künftig selbst die dem Vernehmen nach bescheidene Jahrespacht.

Die Abgeordneten beraten über die Zukunft der technischen Denkmäler auf der Grundlage eines von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens. Das Bauamt schätzt die Kosten für die Sanierung der Fassade und dringende Reparaturen im Dachbereich auf zirka eine Million Euro. Welche Zahl das Gutachten nennt, soll am Montag auf der Sondersitzung öffentlich gemacht werden. In der Stadt kursiert die Summe von 1,3 Millionen Euro. Auf Fördergeld kann die Stadt nicht hoffen. Brandenburgs Ministerium für Infrastruktur hat über seine Pressesprecherin Petra Dribbisch auf "Prignitzer"-Anfrage erklärt, die Kommune setze ihre Priorität im aufwertenden Stadtumbau im Jahnschul-Viertel. "Darüber hinaus gibt es nicht genügend Geld, um es anderweitig einzusetzen."

Geld fließt aber auch in Richtung Wasserkante. Knapp 1,6 Millionen Euro können für eine neue Uferpromenade zwischen Wasser- und Schifffahrtsamt sowie dem Ölmühlgelände ausgegeben werden. Das Land stellt rund 1,2 Millionen EU-Mittel und weitere rund 264 000 Euro Landesmittel zur Verfügung. Die Stadt steuert 132 000 Euro Eigenanteil bei.

Konstruktive Ideen für künftige Nutzung

"Wir haben uns seit 1993 in verschiedensten Planungen immer wieder nachdrücklich dazu bekannt, dass wir die Uferzone nachhaltig für Bürger und Touristen erschließen, so wie wir dieses Stadtareal insgesamt langfristig für Fremdenverkehr und Kultur entwickeln wollen", sagt der Vorsitzende des Bau- und Wirtschaftsausschusses, Karsten Ko rup. Welche Position dabei die Hafenspeicher einnehmen, wie er sich als Stadtverordneter positionieren wird, wollte er gestern noch nicht kundtun. Er wollte der Sondersitzung nicht vorgreifen, aber natürlich habe er Ideen entwickelt und werde eine Handlungsempfehlung unterbreiten.

Korup hofft, dass sich am Montagabend viele Bürger einfinden und "sich mit ihren konstruktiven Ideen in die Speicher-Diskussion einbringen".

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