Spedition Schäffer wird überrollt

<strong>Aus dem gesamten Landkreis</strong> kommen sie, bringen Spenden für den Hilfsgütertransport von Dr. Wedel nach Weißrussland. Binnend einer Stunde ist der große Laster bereits vollbeladen.  Es folgt der riesige Hänger. <fotos>Doris Ritzka</fotos>
Aus dem gesamten Landkreis kommen sie, bringen Spenden für den Hilfsgütertransport von Dr. Wedel nach Weißrussland. Binnend einer Stunde ist der große Laster bereits vollbeladen. Es folgt der riesige Hänger. Doris Ritzka

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23. Juli 2012, 10:39 Uhr

Uenze | Mit Unterstützung habe er gerechnet, aber nicht mit so großer, "ich bin sprachlos", gesteht Dr. Lothar Wedel und schüttelt immer wieder dankend Hände. Gemeinsam mit dem Uenzer Spediteur Uwe Schäffer will er Anfang August zu einer letzten Tour nach Mogiljow starten. Bekleidung, Schuhe, Bett- und Tischwäsche wollen sie zur christlichen Hilfsorganisation "Tabea" nach Weißrussland bringen. Diese kümmert sich um Kinder und Alte gleichermaßen, für die jeder Tag zumeist ein Kampf ums Überleben bedeutet.

Derweil bilden sich am Samstag kurz nach 9 Uhr bereits Autoschlangen zur Speditionszufahrt. "Wir haben im ,Prignitzer’ von Dr. Wedels Vorhaben und dass der Lkw noch nicht voll beladen ist, gelesen. Kurzerhand haben wir einpaar Pakete mit Sachen gepackt, und jetzt sind wir hier", so Gretel Kuhblank aus Groß Breese. "Ich habe sehr abgenommen, viele Sachen sind mir jetzt einfach zu groß. Dort werden sie vielleicht dringend gebraucht. Und wenn Menschen etwas Gutes tun, muss man sie einfach unterstützen", sagt Karin Muhs aus Groß Gottschow. "Ich mache nur den Chauffeur", winkt Matthias Schilke aus Perleberg bescheiden ab. "Oma und Opa haben Sachen zusammen gepackt, können aber nicht mehr selbst fahren. Da übernehme ich das . Es ist doch für eine gute Sache." Und Opa Manfred Zeil fügt an: " Wir brauchen vieles nicht mehr, es sind aber sehr gute Sachen. Vielleicht können wir so ein wenig helfen."

Schwer hat der zweijährige Luis mit Mama Ramona Tesch an den großen Koffern zu schleppen. Gemeinsam mit seinem Bruder Paul (6) hat der kleine Pirower die Spielsachen durchgeschaut und viele, vor allem Plüschtiere, für die anderen Kinder zusammengepackt. "Kürzlich ist zudem unsere Oma gestorben und wir haben noch so viele schönen Sachen von ihr. Die gebe ich gern Dr. Wedel mit, auch weil ich glaube, dass sie dort zu Menschen kommen, die sie vielleicht noch zu schätzen wissen. Das haben wir leider verlernt."

An die 28 Kilometer ist Ilona Blumenthal gefahren, um Dr. Wedel Sachen mit zugeben. Im "Prignitzer" habe die Quitzöbelerin von seinem Vorhaben erfahren und spontan den Kleiderschrank durchforstet. Damit der Karton auch voll wurde, habe sie noch die Nachbarin angesprochen. "Seit Tagen ist meine Frau schon am Packen", erzählt Reimar Heering, Ortsbürgermeister in Glöwen. Alles wurde gewaschen, gebügelt, nach Größen sortiert und verpackt." Und auch die Familie Preul habe noch was mitgegeben. "Bei uns liegen die Sache im Schrank, dort geben sie Menschen vielleicht auch ein Stück Hoffnung und Lebensmut."

"Mir kommen die Tränen, wenn ich sehe, wie viele hier sind, um zu helfen", gesteht Christel Steiner aus Pritzwalk. Auch sie hat sich auf den Weg gemacht. Wunderschöne Pelzmützen, Schapkas, hat sie unter anderem eingepackt. "Ich gebe all das gerne."

An die 25 bis 30 Mal hat der Uenzer Spediteur Uwe Schäffer schon mit Dr. Wedel Hilfsgüter in die ehemalige Sowjetunion gebracht, 120 000 Kilometer waren sie gemeinsam unterwegs. Ein Man der großen Worte ist Uwe Schäffer nicht, seine Devise: "Einfach tun".

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