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Wehren im Wettbewerb : Spannende Wettkämpfe in Blau

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Feuerwehren der Städte Wittenberge, Perleberg und Pritzwalk sowie des Amtes Putlitz-Berge ermittelten am Sonnabend ihre Besten

von
erstellt am 30.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Feuerwehren aus mehreren Kommunen und Ämtern haben am Wochenende ihre Meister ermittelt – manche in den klassischen Wettkampfdisziplinen, andere setzten auf Spaßfaktor und Wissenstest.

Noch ein wenig üben und Bianca Gäde hätte sich für „Wetten dass …?“ anmelden können. Geschickt fährt sie die große Drehleiter an einen Tennisball heran. Der liegt auf einen Straßenkegel, in der Mitte des Balls klafft ein Loch. Dort hinein bugsiert sie einen Stab, hebt den Ball an und setzt ihn auf dem nächsten Kegel ab.

„Das ist doch lustig“, sagt die Düpowerin, die am Sonnabend erstmals Drehleiter fuhr. Es ist eine von sieben Stationen, die die Mannschaften aus Wittenberge, Perleberg, Hinzdorf, Spiegelhagen, Quitzow, Düpow und Groß Buchholz absolvieren müssen. Es geht um Geschick und Fachwissen. „Hier kann jeder mitmachen, auch wenn er sportlich nicht mehr ganz so fit ist“, sagt Bianca Gäde. Das mache viel mehr Spaß als der klassische Löschangriff.

Die Stadtbrandmeister Thomas Gäde und Jens Bösel haben sich gemeinsam die Disziplinen einfallen lassen. „Es gibt keinen Streit, keine Diskussionen mit Wettkampfrichtern. All das brauchen wir nicht“, sagt Bösel. Was sie heute üben, könnten die Kameraden im Einsatz anwenden.

„Eine große Drehleiter an eine Fassade oder ein Fenster heran zu führen, ist nicht einfach“, sagt er und verweist auf die Tennisball-Übung. Außerdem müssen sich die Mannschaften per Funk an jeder Station anmelden, genau wie im realen Einsatz bei der Leitstelle. „Eine gute Schulung“, kommentiert Bösel.

Erstmals ist die Polizei mit dabei. Carola Schultz hat Fragen zu den Vor- und Sonderrechten der Einsatzkräfte vorbereitet. Was ist bei einer privaten Anfahrt zum Einsatzort zu beachten? Was ist zu tun, wenn Einsatzfahrzeuge selbst am Unfall beteiligt sind?. „Die Teams sind gut, mehrere haben die Höchstpunktzahl zehn erreicht“, sagt Carola Schultz.

In Wittenberge jubeln die Hinzdorfer über eine volle Punktzahl. Schnell haben sie zwei Rohre fachgerecht miteinander verbunden. „Wir ließen zwar schon ein, zwei Punkte liegen, aber sind optimistisch, wollen unseren Vorjahressieg wiederholen“, sagt Sebastian Ehrhorn. Zwei Stunden später ist die Entscheidung gefallen: Hinzdorf gewinnt tatsächlich vor Spiegelhagen und Wittenberge.

„Von Jahr zu Jahr wird das immer besser“, lobt Peter Jonel, Ordnungsamtsleiter im Amt Putlitz-Berge Organisation und Ausrichtung des Feuerwehrtages. Eine richtig große Veranstaltung war es auch in diesem Jahr, rund 250 Akteure befanden sich Sonnabend in Neuhausen auf dem Wettkampfplatz, der beste Bedingungen bot. Zehn Jugend- und acht Männerteams ermittelten ihre Besten.

Mit dabei erstmals Nachwuchsfeuerwehrleute aus Pirow. Die Gruppe unter Leitung von Jugendwartin Kathleen Kaliebe gibt es noch nicht allzu lange, bot aber zum Wettbewerb bereits zwei Mannschaften auf, die sich am Ende auf den Plätzen drei und acht wiederfanden. „Das ist überhaupt das erfreulichste Ereignis des Tages – acht Mannschaften in der Altersklasse I“, sagt Amtswehrführer Christian Reisinger. Die jungen Pirower sind natürlich bereits komplett mit Uniformen und Helmen ausgestattet. „Das tragen sie voller Stolz“, merkt Jonel an. Den Sieg schaffte mit Telschow-Weitgendorf I übrigens eine Mädchenmannschaft.

Auch bei den Großen machte Pirow Schlagzeilen, denn in den zurückliegenden Jahren war es fast immer so, dass Neuhausen und Silmersdorf ein Abonnement auf die ersten beiden Plätze hatten. Dieses Mal mogelte sich Pirow zwischen die beiden favorisierten Wehren. Allerdings, so Reisinger, stehe der feuerwehrsportliche Aspekt beim Amtsausscheid nicht so sehr im Vordergrund. Vielmehr sei ein solches Event eine gute Form der Präsentation und Werbung für die Blauröcke. Die Mannschaften traten in Stafette, Knoten, Löschangriff und Wissenstest gegeneinander an.

„Wir sind jünger geworden“, sagt schmunzelnd der Pritzwalker Stadtjugendwart Stefan Fuchs und meint damit, dass durch die Teilnahme von Floriangruppen am Jugendfeuerwehrtag der Dömnitzstadt der Altersdurchschnitt im Vergleich zu den ersten Jahren der Veranstaltung gesunken sei. Die ganz Kleinen mischten am Sonnabend im Ortsteil Steffenshagen, dessen freiwillige Feuerwehr dieses Jahr den 105. Geburtstag begeht, kräftig mit. Insgesamt traten zehn Mannschaften an – zwei in der Altersklasse II (ab 14 Jahre) sowie jeweils vier in der Altersklasse I (zehn bis 13 Jahre) und bei den Jüngsten. Klare Favoriten gab es hier übrigens nicht. „Das variiert immer“, sagt Stefan Fuchs, der bereits seit 2003 als Stadtjugendwart fungiert und zuvor ab 1999 diese Funktion im damaligen Amt Pritzwalk-Land ausübte.  
 

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