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Wir in Wolfshagen : Spannend vom Ei bis zum Draht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Wurzeln von WDM reichen bis in die 60er Jahre zurück

von
erstellt am 14.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Was ist an Drahtgittern so spannend? Auf den ersten Blick nichts. Auf den zweiten Blick aber schon: Bei der Wolfshagener Draht- und Metallverarbeitung GmbH (WDM) ist es zum einen der Sitz eines Industrieunternehmens in einem beschaulichen Dorf, sind es zudem die Erfolge, auf die die Firma verweisen kann, und ist es nicht zuletzt die interessante Geschichte, die bis in die 1960er Jahre zurückreicht.

Die Wurzeln von WDM liegen nämlich genau dort und hängen – kein Scherz – mit der Eierproduktion zusammen. Die sollte seinerzeit wegen des steigenden Bedarfs erhöht werden. Wegen mangelnder Erfolge der Massentierhaltung in Holzställen benötigte man andere Käfighaltungssysteme. In Düpow wurde dafür der Volkseigene Betrieb „Ausrüstungskombinat für Kleintier- und Geflügelanlagen“ gegründet. Die Drahtgitter für die Käfige jeglicher Art kamen aus Wolfshagen. Dafür baute man eine Maschinen-Traktoren-Station um, die es hier seit 1952 gab. Fortan befand sich in Wolfshagen eine der modernsten Industrieanlagen des ehemaligen Kreises Perleberg. Die Drahtgitter wurden nicht nur in der damaligen DDR verwendet, sondern zu einem großen Teil auch in die Sowjetunion exportiert. Die Leitung des Werkes übernahm 1984 Hans Dedek, der hier 1968 als Lehrling gestartet war.

Die Aussichten für den Weiterbestand nach 1989 waren gut, weil man sich technisch auf einem vorzeigbaren Stand befand. Allerdings brachen nicht nur diverse Übernahmekandidaten weg, sondern auch noch der große russische Absatzmarkt. Eine Katastrophe – und zugleich ein Neubeginn, denn genau das war die Geburtsstunde von WDM. In der heutigen Unternehmensform gründete sich WDM Anfang 1994, Eigentümer und Geschäftsführer waren damals Joachim Dümke und Hans Dedek. Die Belegschaft bestand aus 18 Mitarbeitern.

Ein Jahr später löste Bernd Garthaus Joachim Dümke als Geschäftsführer ab. Es wurde saniert und investiert. Nach zehn Jahren hatte sich der Umsatz bereits versechsfacht, die Zahl der Mitarbeiter vervierfacht. Die Produktlinie erweiterte sich auf Bereiche, wie Gabionengitter und Spezialbewehrungen.

Bis zu 25 000 Gitter verlassen heute täglich das Werk, das entspricht etwa 7000 bis 8000 Tonnen Draht. Die Produktion läuft halb- und auch vollautomatisch. Bei der Maßfertigung industrieller Spezialgitter macht den Wolfshagenern, die sich auch auf individuelle Wünsche von Kunden einstellen können, so schnell keiner etwas vor in der Branche. Die Palette umfasst mehr als 30 000 Produkte.

Durch die jüngere Unternehmensgeschichte ziehen sich Würdigungen und Auszeichnungen, insbesondere für die Lehrlingsausbildung, auf die WDM besonderen Wert legt.

 







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