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Sozialpass: Ernüchternde Bilanz trotz Steigerungsrate

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erstellt am 19.Feb.2013 | 06:07 Uhr

Prignitz | Auch 2012 blieb die Resonanz auf den Sozialpass, den die Städte, Ämter und Gemeinden des Landkreises zum 1. Januar 2009 eingeführt hatten, um sozial schwachen Menschen bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, verhalten. Zwar erhöhte sich die Anzahl der ausgegebenen Sozialpässe laut Mitteilungsvorlage für den Sozialausschuss im Jahr 2012 auf 639 gegenüber 417 im Jahr zuvor, was einem Zuwachs um 53 Prozent entspricht. "Dennoch nutzen damit nur 6,4 Prozent der Personen, die in Bedarfsgemeinschaften Leben, dieses Angebot", konstatierte Torsten Uhe, Geschäftsbereichsleiter für Gesundheit und Soziales.

Rund 25 Einrichtungen mit etwa 50 verschiedenen Angeboten können Sozialpassinhaber derzeit zu reduzierten Gebühren besuchen, darunter insbesondere Bibliotheken, Museen und Schwimmbäder, aber auch Freizeit- und Bildungseinrichtungen. Eine Erweiterung ist geplant. "Die Sommerrodelbahn in Groß Woltersdorf, der Tauch- und Kletterturm in Wittenberge sowie der elbestädtische Lokschuppen sind aktuell dabei, eine Beteiligung am Sozialpass zu prüfen", informierte Uhe weiter.

Die Ursachen für die bislang geringe Nutzung sind unklar, eine Evaluation gestaltet sich schwierig. Eine statistische Erhebung derjenigen, die einen Sozialpass vorlegen, erfolge nicht hinreichend genau, wohingegen detaillierte Befragungen zu viel Aufwand für die jeweiligen Einrichtungen bedeuten würde.

Die Frage nach einer qualitativen Evaluation seitens der Ausschussmitglieder stellte Uhe für 2013 als sinnvoll in Aussicht, um nach fünf Jahren eine umfassende Bilanz zu ziehen. Weiterhin stand die Frage im Raum, warum der Sozialpass nicht automatisch jenen zugeschickt werde, die die Anforderungen erfüllen. "Das kann die Kreisverwaltung zentral nicht leisten, da jede Kommune je nach örtlichen Gegebenheiten die Anforderungen individuell festlegen kann", verdeutlichte Torsten Uhe.

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