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Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 12:19 Uhr

Wittenberge : SOS übernimmt Jahnschul-Hort

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Betreuungsangebot bleibt gleich. Kostenvorteile für die Stadt, mehr Spezialkompetenz im Hort.

von
erstellt am 03.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Folgt die Stadtverordnetenversammlung auf ihrer Sitzung am 24. September der Empfehlung des Sozialausschusses, wird der Hort der Jahngrundschule ab dem 1. Januar 2015 in die Trägerschaft des Vereins SOS Kinderdorf übergehen. Nach einer angeregten Diskussion stimmten die Ausschussmitglieder am Dienstag mehrheitlich für diese Veränderung.

Zwei wesentliche Punkte waren ausschlaggebend, diesen Trägerwechsel anzustreben. „Zentrales Anliegen ist eine optimale Betreuung der Hortkinder“, sagte Hauptamtsleiterin Waltraud Neumann. Zwar werde diese auch in bisheriger Form gewährleistet, allerdings ergebe sich aus der steigenden Anzahl der Hortkinder, die aus sozial schwachen Familien stammen, ein entsprechender Betreuungsbedarf. „SOS hat dafür speziell ausgebildete Fachkräfte, die die Stadt selbst nicht aufbieten kann“, erklärt Neumann und verweist darauf, dass durch den Trägerwechsel auch eine intensivere Verzahnung der Hortbetreuung und der SOS-Angebote im benachbarten Beratungszentrum sowie ein besserer Zugang der Sozialarbeiter zu den Eltern möglich sei.

Ein zweiter Grund sei, dass im Sinne des achten Sozialgesetzbuches Kommunen von eigener Jugendhilfe, zu der auch die Hortbetreuung zählt, absehen sollen, sofern freie Träger ausreichend Kapazitäten anbieten können. Schließlich ergeben sich aus dem Trägerwechsel finanzielle Vorteile für die Stadt, „wenn auch nur in geringem Rahmen“, wie Waltraud Neumann erklärt.

Die knapp 160 Kinder, die den Hort besuchen, werden vom Trägerwechsel kaum etwas mitbekommen, da die Räumlichkeiten die gleichen bleiben und sich beim Personal zunächst auch nichts verändert. „Wir werden einen Teufel tun, ein eingespieltes Hortteam auseinanderzunehmen“, machte Dr. Daniel Krause-Pongratz, Leiter des SOS-Beratungszentrums Prignitz, deutlich. Vielmehr sei ein Betriebsübergang geplant, in dem alle Mitarbeiter die Chance auf Weiterbeschäftigung erhielten – bei gleichen Konditionen. „Auch SOS zahlt nach Tarif“, so Krause-Pongratz.

Von den derzeit elf Mitarbeiterinnen im Hort sind sechs mit 30 Stunden und fünf mit 20 Stunden pro Woche angestellt, davon vier befristet bis zum 31. Dezember. „Alle unbefristet Angestellten werden im Falle eines Trägerwechsels von der Stadtverwaltung angeschrieben und gefragt, ob sie vom Betriebsübergang Gebrauch machen und zu SOS wechseln wollen“, sagt Waltraud Neumann. Auch die befristet Angestellten Mitarbeiterinnen würde SOS gern übernehmen. „Fachkräfte sind rar, gerade in unserer Region“, bekräftigt Krause-Pongratz.

Wolfgang Strutz warf in der Diskussion ein, dass der Beschluss zwar der Parteilinie der Linken, die einen Stop weiterer Entkommunalisierung fordert, widerspreche, im Sinne des Wohles der Kinder aber durchaus vertretbar sei. Auch Marcel Elverich von der SPD-Fraktion schloss sich dieser Einschätzung an. Michael Hintz (FDP) fragte an, inwiefern künftig eine Integration von Kindern der Albert-Schweizer-Schule möglich sei, da an dieser Einrichtung ein Hort bisher komplett fehle. Dies müsse in Abstimmung mit dem Kreis geprüft werden, da die Finanzierung des Hortes derzeit noch über die verlässliche Halbtagsgrundschule erfolge, erklärte Waltraud Neumann.

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