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Der Prignitzer

21. November 2017 | 00:19 Uhr

Sonne produziert in Nord Strom

vom

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2012 | 09:51 Uhr

Wittenberge | Auf fast neun Hektar einer ehemaligen Deponiefläche an der Lüneburger Straße produziert die Sonne - selbst wenn sie nicht direkt scheint - so viel Strom, wie ihn 900 Haushalte im Jahr benötigen. 16 324 Solarmodule machen es möglich. Seit April wird der grüne Strom per Anzeigetafel erfasst, seit dem 31. Dezember speist die Photovoltaikanlage aber schon ins Netz der Stadtwerke ein. Gestern feierten Bahn, Stadt und mit der Moser Baer Clean Energy die Investfirma die offizielle Einweihung des Solarkraftwerkes, und das mit jeder Menge Prominenz. Kein Wunder, die Photovoltaik-Anlage, die in ihrer Größe etwa elf Fußballfeldern entspricht, sei die bislang leistungsstärkste auf einer Fläche der Deutschen Bahn, verdeutlichte Dr. Volker Kefer, Bahnvorstand für Infrastruktur und Technik, die Bedeutung des Projektes. Dass der Verkehrskonzern es nicht selbst umgesetzt hat, erkläre sich ganz einfach: "Wir wollen nicht zusätzlich Energieerzeuger sein, sondern konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft, den Transport." Unabhängig davon sind erneuerbare Energien für den Konzern ein Thema, sagt Kefer mit dem Verweis darauf, dass die Bahn aus seiner Sicht das umweltfreundlichste Verkehrsmittel sei. Seit 2010 untersuche die DB "alle Dach- und Freiflächen, die sich für eine Installation weiterer Solarkraftwerke eignen".

Der Moser Baer Clean Energy ist auf jeden Fall daran gelegen, weiter eng mit der Bahn zusammen zu arbeiten. Das sagte Unternehmensvertreter Lalit Jain gestern. Seine Firma, die mit der Absicht gegründet wurde, Projekte im Bereich erneuerbarer Energien, insbesondere Solarprojekte weltweit zu entwickeln, hat die Investition in Nord innerhalb von nur acht Wochen realisiert. Allerdings waren auch keine Erdarbeiten notwendig, die Solarmodule stehen in betonverfüllten Ringen auf der Erde, eben wegen der Altlasten. Lalit Jain dankte der Bahn und der Stadt namentlich dem Bürgermeister Dr. Oliver Hermann für die gute Kooperation. Die Investfirma nutzt mit ihrem Solarkraftwerk nämlich nur zu zwei Dritteln Bahngelände. Das andere Drittel befindet sich im Eigentum der Kommune. "Ich bin froh, dass dieses problematische Fläche eine sinnvolle Nutzung erfährt", sagt das Stadtoberhaupt. Die Stadt zeige damit auch, dass sie beim Thema erneuerbare Energien gut aufgestellt sei.

Damit das Projekt in Nord überhaupt umgesetzt werden konnte, hatte die Stadtverordneten den Flächennutzungsplan geändert und mit dem Ausweisen als Sonderfläche den Weg für das Solarkraftwerk frei gemacht.

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