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Internationaler Museumstag in Perleberg : Sonderschau: Lokale, die es nicht mehr gibt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vernissage am Sonntag zum Internationalen Museumstag

von
erstellt am 21.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Am morgigen Sonntag wird anlässlich des Internationalen Museumstages um 11 Uhr im Stadt- und Regionalmuseum eine neue Sonderaussstellung eröffnet. Unter dem Titel „Im Nebel des Vergessens? Verschwundene Perleberger Gastwirtschaften und Ausflugslokale. Eine fotografische Dokumentation“ entstand in Zusammenarbeit mit Jens Nering eine spannende Exposition, die hier bis zum 19. Juni zu sehen sein wird.

Die Ausstellung entführt den Besucher in eine gastronomische Zeitreise bis in das 19. Jahrhundert. Perleberg als Garnisons- (1723 -1997) und Kreisstadt (seit 1817) profitierte vom ortsansässigen Militär und seiner Funktion als Verwaltungszentrum. Hotels, Pensionen, Gastwirtschaften und Ausflugslokale hatten reichlich Kundschaft.

„Hoffmanns Hotel“, Am Hohen Ende 25, heute vorerst nur ein statisch gesicherter Hohlraum mit wiedergewonnener barocker Palaisfassade, wurde schon 1809 erwähnt. Berühmtester Gast war der englische Gesandte Benjamin Bathurst, der bei seinem Aufenthalt hier von Napoleons Geheimpolizei entführt und ermordet worden sein soll. Als „Weißer Schwan“ zunächst von Gastwirt Leger benannt, erhielt das Haus mit Besitzerwechsel den eindrucksvollen Namen „Hotel Stadt London“, bis Wilhelm Hoffmann es 1914 in „Hoffmanns Hotel“ umbenannte.

Gänzlich aus dem Stadtbild verschwunden ist indes das Hotel „Stadt Berlin“ an der Kreuzung Wilsnacker/Berliner Straße. Bei einem Großfeuer 1827 wurde das Haus des Gastwirts Gerhardt vernichtet. Das neue Wirtshaus betrieb dann Wilhelm Denkmann. 1850 war der Saal Gastgeber für einen Maskenball mit 400 Personen. Vor 100 Jahren kam das Gebäude in den Besitz des Hoteliers Bernhard Haack. Ab 1968 wurde das Hotel „Stadt Berlin“ von der HO betrieben. 1993 abgerissen, bietet das Areal heute eine gänzlich andere Bebauung. Unter anderem beherbergt das Haus Redaktion, Geschäftsstelle und Anzeigenberatung des „Prignitzers“ und das rbb-Regionalstudio.

Zum Internationalen Museumstag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Museen in der Kulturlandschaft“ steht, ist die Einrichtung im Mönchort morgen bei freiem Eintritt von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Kurator Jens Nering ist bei der Ausstellungseröffnung persönlich dabei

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