Die Sonne anzapfen : Solarpark-Projekt schreitet voran

Die Frage von Wald mag eine Definition sein, aber zugewachsen ist das alte heizwerk von allen Seiten.
Die Frage von Wald mag eine Definition sein, aber zugewachsen ist das alte heizwerk von allen Seiten.

Ehemaliges Gelände des Heizkraftwerkes im Veritaspark soll für Solarenergie genutzt werden

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09. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Bei dem Projekt Solarpark Wittenberge Ost gibt es eine neue Entwicklung. „Seit Anfang August wissen wir, dass es einen neuen Eigentümer für die Fläche gibt. Es handelt sich um die EVH, die Energieversorgung Halle, die ein Teil der Stadtwerke Halle ist“, erklärte Bauamtsleiter Martin Hahn. Die EVH betrieben das Projekt nun als Investor.

Lange Zeit war es ruhig um das Areal des früheren Heizkraftwerkes im Veritaspark, wo es noch den Gebäudebestand gibt. Der frühere Investor wollte dort eine Photovoltaikanlage installieren. „Das Ausschreibungsverfahren läuft über die Bundesnetzagentur. Daran muss man sich mit einer Fläche und der Erzeugerzahl beteiligen. Da bekam das Unternehmen beim dritten Mal den Zuschlag“, erklärte Hahn weiter. So kam das ganze Projekt wieder ins Rollen und wurde intensiviert. Die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn zum Verkauf der fraglichen Fläche seien vollzogen. „Anfang August gab es einen Termin, weil wir wissen wollten wie es weitergeht“, so Hahn. Bei diesem Gespräch wurde die Stadt über den Eigentümerwechsel informiert.

Der Zeitplan sieht vor, dass im zweiten Halbjahr 2019 die Anlage ans Netz gehen soll und auch muss. „Das ist ein Kriterium für den Zuschlag. Man ist bestrebt, das Verfahren zügig abzuschließen“, erklärte Hahn den Ausschussmitgliedern.

Allerdings gibt es nun wieder eine Verzögerung, weil die Flächen des ehemaligen Heizkraftwerkes mittlerweile als Wald deklariert sind. „Die Folge ist, dass man Ersatzflächen schaffen muss. Wir sind in Gesprächen mit der Forst, wo man diese schaffen kann“, berichtete Martin Hahn, der betonte, dass die Ausgleichsflächen so gestaltet sein sollten, dass es auch der Stadt zugute kommt. „Eine sinnvolle Aufforstung wäre zum Beispiel im Wald am Friedensteich oder auf der Paul-Klink-Anlage. Wir hoffen, dass wir entsprechende Flächen bereitstellen können.“

Im Zuge dieser Informationen entstand unter den Ausschussmitgliedern eine Debatte um die Rolle der hiesigen Stadtwerke in Sachen erneuerbare Energien. Der sachkundige Einwohner Gerhard Rues stellte die Frage, ob die Stadtpolitik nicht auf die Stadtwerke einwirken solle, „dass sie sich aktiv an dieser Entwicklung bei den erneuerbaren Energien beteiligen?“.

Der Bauausschussvorsitzende Marcel Elverich kündigte an, dass die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung dies demnächst einmal beraten könnten. „Dieses Thema kann man sich anschauen.“ Der sachkundige Einwohner Frank Fischer erklärte mit Blick auf die Einwohnerzahlentwicklung der vergangenen Jahrzehnte, dass dabei auch bedacht werden müsse, wie viel Strom die Stadt künftig noch brauchen würde.

Auf „Prignitzer“-Anfrage erklärte Stadtwerke-Geschäftsführerin Eveline Geisler, dass das Unternehmen dem Thema Photovoltaik grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber stehe. „Wir haben auf unserem Gelände zwei Anlagen, die wir für unser Wasser und den eigenen Strombedarf nutzen.“ Jedoch sei es schwierig, in Flächen um das Stadtgebiet herum zu investieren „wenn sie uns nicht schon gehören. Denn dann müsste man sie erst kaufen“.

Generell sei Photovoltaik nicht das Betätigungsfeld der Stadtwerke.

Ausschussmitglied Christian Elger äußerte seine Verwunderung darüber, dass eine Fläche, die immer schon industriell genutzt wurde, nun als Wald gilt, nur weil es dort nach 30 Jahren Leerstand „wilden Baumwuchs“ gebe. „Das Gebiet ist nun offiziell als Wald deklariert?“, fragte er nach.

„So schätzt es die Forst ein“, antwortete Martin Hahn. Ab einem Zeitpunkt setzten die Fachleute fest, dass die Vegetation so weit fortgeschritten ist, dass es sich um einen Wald handele. „Auch wenn speziell dieser von der Forst nicht als sehr hochwertig angesehen wird.“

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