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Verbindung über die Elbe : Solarfähre frühstens in drei Jahren

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Probetag am 3. August fällt positiv aus

von
erstellt am 17.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Der Schnuppertag der Solarfähre am 3. August war ein voller Erfolg – da sind sich alle Akteure einig. Doch noch immer sind viele Fragen zur Wirtschaftlichkeit der Wasserverbindung offen. Einen regelmäßigen Fährbetrieb wird es frühstens in drei Jahren geben.

„Die Resonanz war weit über unseren Erwartungen“, betonte Christian Steinkopf, von der Initiativgruppe Solarfähre Elbe und Bürgermeister von Lenzen gestern bei der Auswertung des Probetags.

Mehr als 600 Menschen seien gekommen, um die Elbe zwischen Rühstädt und Schönberg/Deich mit der Fähre zu überqueren. Es hätte Wartezeiten von bis zu zweieinhalb Stunden gegeben. Der Andrang konnte nur mit drei zusätzlichen Booten der Feuerwehren Seehausen und Wittenberge sowie des Technischen Hilfswerks bewältigt werden, beschreibt Michael Märten von der Initiativgruppe den Tag. Dennoch war die Überfahrt für dieses Jahr die letzte. Erst im nächsten Jahr sollen ein weiterer Schnuppertag sowie etwa drei Fährtage stattfinden. Für einen regelmäßigen Betrieb müsse noch einiges geklärt werden, sagt Steinkopf: „Die Fähre muss entsprechend abgenommen werden, es muss einen Fährführer mit Genehmigung geben und es müssen Wege zum Ufer hergestellt werden.“

Beim Probetag stellte Steinkopf sein privates Solarboot zur Verfügung. „Für einen Fährbetrieb wäre eine Katamaranfähre mit Landeklappen zum leichten Ein- und Aussteigen sinnvoll“, schildert er. Genaueres müsste noch geklärt werden. So auch der Zugang zum Wasser. Am Probetag startete die Fähre 1,8 Kilometer von der Anlegestelle bei Schönberg/Deich entfernt und nicht direkt gegenüber. Dort ist nämlich Naturschutzgebiet und es gibt keinen befestigten Zuweg. Das müsste sich laut Steinkopf ändern: „Es muss kein eingebauter, aber ein nutzbarer Weg sein. Notfalls müssen die Radfahrer 10 oder 20 Meter schieben.“

Sven Rannow vom Biosphärenreservat ist skeptisch: „Wir müssen uns über Details klar werden. Wenn sich die Fähre finanziell nicht lohnt, würde ich dafür ungern große Baumaßnahmen auslösen.“ Ansonsten sei er von der Idee der Solarfähre angetan, nur eben an anderer Stelle.

„Das ist für uns kein Ausschlusskriterium. Der Rastplatz hat auch seine Vorteile. Er liegt direkt am Elberadweg und bietet Parkflächen. Außerdem bietet die längere Strecke eine schöne Schifffahrt“, meint Susanne Bohlander. In diesem Fall müssten allerdings Elektromotoren bei der Fahrt gegen den Strom unterstützen. Diese seien jedoch sehr leise . Welche Strecke für das Vorhaben sinnvoller ist, darüber soll Mitte September eine Ortsbegehung Aufschluss geben. Danach will die Initiativgruppe Gespräche mit dem Landkreis und der Biosphäre führen. „Wirtschaftlich ist die Solarfähre vorstellbar“, stellt Christian Steinkopf klar. Nach den Ideen der Gruppe soll es in ein paar Jahren einen regelmäßigen Wochenendverkehr über die Elbe geben. Später dann eine Elbsafari. Diese wurde bereits in die neue Leader-Förder-Periode der EU aufgenommen. Doch das ist noch Zukunftsmusik, so Steinkopf. „Wir wollen nicht zu viele Wolkenkuckucksheime auf den Weg bringen.“


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