Kreatives Schülerprojekt in Wittenberge : „So wünsche ich mir meine Stadt“

Visionen für Wittenberge: Die Kinder haben sie dargestellt.
Foto:
Visionen für Wittenberge: Die Kinder haben sie dargestellt.

Montessori-Grundschüler füllen spielerisch Leerräume und erfahren mehr über Heimat und Zuhause

von
21. Juni 2016, 05:00 Uhr

Wie füllt man einen leeren Raum? Mit Stimmen, mit Geräuschen, mit Bildern, aber auch mit Ideen und Visionen: 15 Mädchen aus der IbIS-Grundschule „Maria Montessori“ haben genau das an vier Tagen getan. Zur abschließenden Performance waren die Eltern in den Safari-Laden am Bismarckplatz geladen. Sie erlebten eine ungewöhnliche und zugleich inspirierende Vorführung. „Ich bin begeistert, was die Kinder uns zeigen, wie sie die Zeit genutzt haben. Es kommt eine Botschaft ’rüber“, fasst Schulleiter Peter Awe seine Eindrücke zusammen.

Leerräume in Wittenberge mit Gedankenspielen und konkreten Aktionen zu füllen, deren Potenzial zu erschließen, ist keine neue Idee. Studenten aus Braunschweig versuchten sich darin während der Diskussionsrunden zur Zukunftsstadt 2030. Es folgten jetzt Studenten von der Fachhochschule Potsdam.

Dass Kinder sich in einem Workshop dem Thema nähern, war neu und zugleich so erfolgreich, dass Maria Barbara Sava, wie sie sagt, das Thema weiterverfolgen möchte. Die Schauspielerin und Studentin der Kulturarbeit an der Potsdamer Fachhochschule kann sich vorstellen, „dass wir bei einem noch längerfristig angelegten Projekt das kreative Potenzial der Kinder nutzen, um den Stillstand in Wittenberge symbolisch zu brechen“. Voraussetzung für eine Weiterführung bzw. Neuauflage wären allerdings Fördermittel, sagt Sava.

In den vier Tagen, die die Montessori-Schülerinnen gemeinsam mit Maria Barbara Sava und Tanja Bentley „Carla Cultura“ von Facetten der Kulturarbeit e. V. arbeiteten, haben die Kinder sich intensiv mit Heimat und Zuhause beschäftigt. Was darf mir in meinem Zuhause nicht fehlen, weil es sonst kein Zuhause ist? Die Antworten sind so bunt wie das Leben: mein Kuscheltier, meine rote Jacke, mein Schnüffeltuch, mein Handy.

Auch Antworten darauf, was sie sich für Wittenberge wünschen, haben die Schüler gefunden und in Bildern umgesetzt: Leni wünscht sich einen Safari-Park, Lara ein auf dem Kopf stehendes Museum, Amelie eine Fantasiewelt, Milena eine Tierhandlung.

Gedanken haben sich die Grundschüler auch darüber gemacht, was sich früher einmal im Safari-Landen befunden haben könnte. Sie füllten zum Projektabschluss den heute unvermieteten Laden mit kurzen Pantomimenszenen, die in einer Bank, einer Schuhhandlung, in einem Shopping-Center spielten. Die Eltern waren von der Kreativität begeistert.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen