Aktion : So werden Sie Lebensretter

<p> </p>

 

Rotary Club Perleberg sammelt Deckel und finanziert Impfkampagne gegen Kinderlähmung / Ihre Hilfe ist gefragt

von
09. September 2015, 22:00 Uhr

Der Rotary Club Perleberg startet heute mit einem Projekt: Er ruft alle Prignitzer auf, Lebensretter zu werden. Dazu müssen Sie einfach nur Kunststoffdeckel sammeln. Damit möchten die sozial engagierten Rotarier einen Beitrag im Kampf gegen die fürchterliche Kinderlähmung leisten. Wie das gelingen soll und vor allem wie Sie dabei helfen können, verrät der stellvertretende Rotary-Präsident und Projektverantwortliche Marco Richter im Interview mit dem „Prignitzer“.

Herr Richter, was ist Ihr erster Gedanke bei dem Wort Flaschendeckel?

Marco Richter: Nicht wegwerfen!

Sondern was dann?

Aufheben, sammeln und unserem Club geben.

Von welchen Deckeln sprechen wir überhaupt?

Von denen, die Tetra-Packs verschließen und all denen, die auf den sogenannten PET-Flaschen stecken. Also auf Wasser und Softtrinkflaschen.

Aber das sind doch Pfandflaschen, die man in der Regel mit Deckel wieder abgibt...

Ein Irrtum. Das Flaschenpfand bekommen die Kunden auch ohne Deckel zurück. Und die Tetrapacks gehören in den gelben Sack. Die für uns wichtigen Deckel sind für Sie also nur Abfall. Wir bitten Sie um etwas, das für Sie persönlich keinen Wert besitzt.

Und was machen Sie daraus?

Wir werden die Deckel sammeln und hoffen, dass möglichst viele uns dabei unterstützen. Grundschulen zum Beispiel oder Kindergärten. Wir hoffen auf die Gastronomie, auf Betriebe mit Kantinen und natürlich auf jeden einzelnen Prignitzer.

Wie sollen die Deckel gesammelt werden?

In Mülltüten oder in einem Karton und falls jemand ganz viele haben sollte, können wir auch in begrenzten Umfang Mülltonnen zur Verfügung stellen. Wir werden im „Prignitzer“ Kontaktdaten nennen und die vollen Behälter abholen.

Es wird auch Möglichkeiten geben, wo Sie die gesammelten Deckel abgeben können. Eine zentrale Sammelstelle befindet sich in Wittenberge auf dem Gelände der Becker Umweltdienste. Die Firma stellt uns einen Container zur Verfügung. Dafür sind wir dankbar.

Was passiert mit den gesammelten Deckeln?

Unterstützt von weiteren Rotary-Clubs bundesweit gibt es den Verein Deckel drauf e.V. Er kümmert sich um die Logistik, Werbung und den Verkauf der Deckel an die Abfallwirtschaft. Vom Erlös wird die rotarische Kampagne „End Polio Now“ unterstützt. Ihr Ziel ist die weltweite Ausrottung von Polio, der Kinderlähmung.

Seit wann verfolgt Rotary dieses Ziel?

1979 begannen Rotary Clubs ein Projekt, bei dem mehr als sechs Millionen philippinische Kinder gegen Polio geimpft wurden.

1985 startete Rotary International einen Spendenaufruf. Das Ziel waren 120 Millionen US-Dollar für das Impfprogramm. Innerhalb von drei Jahren kamen 247 Millionen US-Dollar Spenden zusammen. Für die Weltgesundheitsorganisation war das Grundlage und Start, Polio weltweit auszurotten.

Wie dicht sind Sie an diesem Ziel dran?

Sehr, sehr dicht. 1988 gab es noch in 125 Ländern Polio-Erkrankungen, heute tritt die fürchterliche Kinderlähmung nur noch in drei Ländern auf. Und in Nigeria gibt es berechtigte Hoffnung, sie besiegt zu haben. Wir stehen bei 99,9 Prozent. Vielleicht werden es die Prignitzer sein, die die letzte Impfung mit ihren gesammelten Deckeln finanzieren.

Was kostet eine Impfung?

60 Cent. Das sind etwa 500 Deckel.

Warum unterstützen Sie als Rotarier dieses Ziel?

Weil wir uns sozial engagieren.

Was und wer verbirgt sich hinter Rotary?

Rotary – das sind Menschen wie Sie und ich. Menschen von nebenan, mit Erfolg im Beruf und Bewusstsein für soziale Fragen. Rotary wurde 1905 in Chicago gegründet, zählt heute 1,2 Millionen Mitglieder.

Und Ihr Perleberger Club?

Wir sind ein kleiner Club, haben derzeit 17 Mitglieder. Mit unseren Möglichkeiten unterstützen wir soziale Projekte in der Prignitz. Dazu zählt beispielsweise die Leseförderung in Grundschulen.

Sind Sie ein geschlossener Kreis oder offen für neue Mitglieder?

Wir sind keine alte Herrenrunde, die am Kamin Zigarren rauchen und Rotwein trinken, falls Sie das mit Ihrer Frage meinten. Wir stecken mitten in einem Generationsumbruch, der Club hat sich verjüngt. Ich selbst bin 39 Jahre alt. Mehrere unserer Mitglieder haben Kinder im schulpflichtigen Alter und in unserem Club sind auch Frauen willkommen.

Wie findet man Sie?

Wir treffen uns jeweils montags um 19.30 Uhr entweder in Perleberg im Deutschen Kaiser bzw. jeden dritten und vierten Montag im Monat auf der Ölmühle in Wittenberge. Wenn Sie mit beiden Beinen im Berufsleben stehen und sich sozial engagieren möchten, sind Sie herzlich willkommen. Besuchen Sie uns doch einfach mal und bringen Sie Ihre Deckel bitte mit.

Danke für das Gespräch!

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen