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Quitzöbeler Ortswehr mit neuer Spitze : So sehen Sieger aus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ortswehr mit neuer Spitze und steht beim diesjährigen Amtsausscheid auch gleich auf dem obersten Treppchen.

von
erstellt am 06.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Durchschnittsalter Ende 20, dynamisch und voller Tatendrang – das ist die neue Führung der Ortswehr von Quitzöbel. Und einen ersten Beweis lieferte sie schon. Nach Jahrzehnten beanspruchte die Wehr beim Amtsausscheid wieder das oberste Treppchen und holte sich den Wanderpokal. Versprechen von Hartmut Zippel, Bürgermeister der Gemeinde Legde/Quitzöbel, auf dem Dorf- und Schützenfest am Wochenende: „Das Amt Bad Wilsnack/Weisen wird einen neuen besorgen müssen, denn was wir haben, haben wir.“

Mit Enrico Schmidt hat ein junger Mann die Ortswehr übernommen, der nicht nur in dieser groß geworden ist, sondern die Feuerwehr auch zu seinem Beruf gemacht hat. Er ist Mitglied der Hamburger Berufsfeuerwehr. Ihm zur Seite stehen als Stellvertreter Florian Wachsmuth, Jugendwart Ralf Zippel, mit Stellvertreterin und Gruppenführerin der Quitzöbeler Frauentruppe Anne Muxfeldt sowie Gerätewart Michael Idel.

Ein Blick auf die Namen spricht Bände: Die Väter haben ihnen beigebracht, was sie heute können. 29 Jahre führte Karsten Muxfeldt die Geschicke der Wehr. Für Ordnungsamtsleiter Gerald Neu war er seit der Amtsbildung die Personifizierung der Wehr Quitzöbel. „Erst war er mein Fußballtrainer, dann mein Ortswehrführer“, ergänzt Enrico Schmidt und muss selbst ein wenig schmunzeln. Ja, die einen habe er für den Fußball begeistert, die anderen für die Feuerwehr und die meisten für beides und das parallel, fügt der Bürgermeister an. Insofern hatte Karsten Muxfeldt immer einen Faible für den Nachwuchs. So gibt es seit 1994 die Jugendwehr Quitzöbel. Und immer mischten die Nachwuchsblauröcke ganz vorn bei Ausscheiden mit.

Nicht minder stolz ist das kleine Dorf mit seinen rund 250 Einwohnern auf seine siebenköpfige Frauentruppe. Silbermädels werden sie seit dem vergangenen Amtsausscheid genannt.

29 Jahre Ortswehrführer – ausreichend Stoff für ein Buch und vielleicht würde es gar ein Bestseller werden. Aber was ist da besonders noch im Gedächtnis? Die Hochwasser 2002, 2006, 2011 und vor allem 2013. Der Elbdeich bei Quitzöbel drohte zu brechen. Sie haben gekämpft, den Deich gegen die Wassermassen verteidigt, und sie haben gesiegt – „gemeinsam. So was verbindet, so was vergisst man nicht“, gesteht Karsten Muxfeldt. Natürlich gab es etliche Einsätze in den 29 Jahren, für den gestandenen Feuerwehrmann zählt aber vor allem seine Truppe. „Nur als Team, wo sich einer auf den anderen verlassen kann, besteht man eben auch jede Situation, sei sie noch so brenzlig.“

Die Quitzöbeler Blauröcke haben vielfach unter Beweis gestellt, was geht, wenn alle an einem Strang ziehen. Und dabei hatten sie mit Burkhart Geisler vom Perleberger Hochtief einen Sponsor an ihrer Seite, der vieles möglich machte. So entstand unter anderem das Gerätehaus, konnte der Eigenanteil für ein neues Fahrzeug aufgebracht werden und für die Wasserrettung gab es ein Schlauchboot. Und auch das Amt half, wo es ging und nötig war. „Die Quitzöbeler reden nicht viel, die machen“, bringt es Gerald Neu auf den Punkt und bedankt sich gemeinsam mit Amtsbrandmeister Roland Muntau bei Karsten Muxfeldt für seine engagierte Arbeit 29 Jahre an der Spitze der Ortswehr Quitzöbel. Dessen junge Garde, an die Muxfeldt nun das Kommando übergeben hat, hob die alte Ortswehrführung zum „Abschied“ im wahrsten Sinne des Wortes in den Himmel: Einladung zum Rundflug mit der Flugschule in Kyritz für den Wehrführer, seinen Stellvertreter und den bisherigen Jugendwart. 

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