So könnte die Sportlerwahl ablaufen

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15. März 2013, 08:03 Uhr

Prignitz | Eine Wahl der Prignitzer Sportler des Jahres soll es auch künftig geben und der Modus dabei in großen Teilen beibehalten werden. Bei der Auswahl der Kandidaten sollen Vereine und Fachverbände mehr Verantwortung tragen. Die Gala, auf der die Sportler geehrt werden, braucht mehr Professionalität und attraktive Gäste. Ein größerer finanzieller Aufwand soll durch Sponsoren oder eine moderate Erhöhung der Eintrittskarten ausgeglichen werden. Das ist das Resultat des Sportlerstammtisches unserer Zeitung zum Thema Sportlerwahl und Gala am Donnerstagabend in der Alten Ölmühle in Wittenberge.

Rund 35 Vertreter von Sportvereinen, Fachverbänden, Sponsoren, Kreissportbund und Medien waren im Vorfeld geladen worden, 16 nahmen am Stammtisch teil. Heraus kamen kreative Vorschläge, noch keine Lösungen. Aber es wurde deutlich, dass es allen darum ging, Wahl und Gala am Leben zu erhalten. Trotz der zuletzt geringen Beteiligung (Kandidaten und Stimmzettel) sowie der Absage der diesjährigen Gala.

"Bei der Nominierung der Einzelsportler müssen es auch Einzelsportler sein. Nicht ein Mitglied einer Mannschaft", sagte Armin Gutsche vom ESV Wittenberge. Einem Vorschlag, dem alle folgten. Das galt auch für den Einwurf von Ralf Bünger vom Fußballkreis Prignitz: "Ist eine Mannschaft nominiert, muss nicht auch noch der Trainer in der anderen Kategorie aufgestellt werden. Team und Trainer gehören doch eh zusammen". Dass es wohl nie ganz gelingen wird, es allen recht zu machen, war dem Podium auch klar. "Deshalb müssen wir viele Ideen und Vorschläge sammeln und die sinnvollsten aus einem Pool rausfischen", meinte Knut Tonagel vom SchwimmClub Delphin Wittenberge.

Mit dem Rausfischen ist es immer so eine Sache, wenn es um die ganz großen sportlichen Leistungen geht. Jüngstes Beispiel: Die Leistungen des Rock’n’Roll-Tanzpaares Tabea und Jonas Gagelmann. Das Duo verkörpert in seiner Altersklasse Weltniveau. Das verdient entsprechende Würdigung. "Wann haben wir denn einmal Vize-Weltmeister in der Prignitz?" fragte Manfred Pelen, Vorsitzender der Leichtathleten im Kreis. Die dann - bei vorherigen Wahlen - nicht auf dem ersten Platz landeten. Deshalb ist es angedacht, in Zukunft wieder die wertvollste sportliche Leistung des Jahres auszuzeichnen.

Dazu, so der allgemeine Tenor, sollte auch jährlich eine Person für ihr sportliches Lebenswerk geehrt werden. Bleiben sollen die fünf Kategorien Sportler und Nachwuchssportler, Mannschaft und Nachwuchsteam sowie Trainer/Übungsleiter/Funktionär. Und auch am Modus der Wahl soll sich nicht groß etwas ändern. Also weiterhin mit den Stimmen der Leser und denen einer ausgewählten Jury. "Es ist ein umstrittener Modus und ein Sportler aus einem Dorfverein hat es sicher schwer gegen einen Kandidaten aus einem Club in der Stadt", meinte Dieter Spielmann. Aber den Vertreter des SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde wunderte etwas anderes: "Ich vermisse die Jugend. Auch hier am Stammtisch. Die können sich doch mit einbringen, etwas Neues machen."

Diskutiert wurde auch die Idee, die Gewichtung bei der Entscheidungsfindung zu ändern. Vorgeschlagen wurde: 60 Prozent zählt die Wertung der Jury, 40 Prozent die der Leser. Bislang sind es jeweils 50 Prozent. Doch in erster Linie ist es die Wahl unserer Leser und deshalb werden das Verhältnis beibehalten. Ändern muss sich die Rolle der Vereine und Verbände in puncto Nominierung. Sie sollen mehr Verantwortung übernehmen. Kandidaten aus den eigenen Reihen auswählen und dabei - wie auch später die Jury - sensibilisiert und mit größtmöglicher Objektivität vorgehen.

Apropos Auswahl der Kandidaten: Ab wann zählt ein Bewerber noch zum Nachwuchs, ab wann zu den Erwachsenen? In manchen Sportarten werden 18-jährige Aktive noch zum Nachwuchsbereich gerechnet, in einigen anderen bereits zu den Erwachsenensportlern. Und wie soll die Leistung bewertet werden? Marion Blumenthal vom SCD Wittenberge brach eine Lanze für den Breitensport: "Was ist denn mit dem kleinen Schwimmer, der noch nicht so lange dabei ist und beim Training immer an seine Grenzen geht. Die persönliche Entwicklung eines Sportlers sollte auch berücksichtigt werden", schlug sie vor. Ihr Einwurf fand Zustimmung. Einige Stammtischteilnehmer sponnen diesen Gedanken weiter und dachten laut über die Einführung einer weiteren Kategorie nach: Die des "Newcomer des Jahres".

Auch die Gala, die in diesem Jahr ausgefallen war, bildete ein Thema. "Wenn ich könnte, würde ich die Gala in die Hand eines privaten Veranstalters geben", erklärte Kreissportbund (KSB)-Geschäftsführer Holger Lattorff und machte deutlich, dass dem KSB derzeit nicht mehr Mittel für eine solche Veranstaltung zur Verfügung stehen. Aber es gibt Hoffnung, dass sich das ändert. Nach Gesprächen hat der erste Sponsor Bereitschaft signalisiert, die Gala finanziell zu unterstützen. Das teilte die KSB-Vorsitzende Birka Eschrich mit. Ein Schritt in die richtige Richtung. Eine andere Möglichkeit, Einnahmequellen zu erschließen, besteht darin, den Siegerpokal für jede einzelne Kategorie den Namen eines Sponsors zu geben.

Die Gala soll attraktiver werden. Dazu gehören auch Stargäste. "Da müssen wir die vorhandenen Kontakte nach Potsdam besser nutzen", brachte Lutz Lange als Vertreter der Sponsoren ins Gespräch. Stargäste ja, eine Liveband zum Tanzen und auch ein Showprogramm, das weiterhin von Prignitzer Sportvereinen gestaltet werden kann- das soll eine Gala auszeichnen. Und da wäre bestimmt der ein oder andere Gast auch bereit, etwas mehr als den zuletzt aufgerufenen Preis für die Eintrittskarte zu zahlen.

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