Awo-Kreisverband : So helfen Sie Flüchtlingen

Das Möbellager der Awo in Perleberg ist ziemlich leer. Mitarbeiterin Sabine Richter hofft noch vor Weihnachten auf neue Spenden.
Das Möbellager der Awo in Perleberg ist ziemlich leer. Mitarbeiterin Sabine Richter hofft noch vor Weihnachten auf neue Spenden.

Seit Jahresanfang hat die Awo 25 Wohnungen eingerichtet, doch der Kreisverband braucht dringend Möbel, Kleidung, Spielzeug.

svz.de von
11. Dezember 2014, 22:00 Uhr

Oft kommen sie mit nur einer Tasche, darin das Nötigste, vielleicht noch eine Erinnerung an ihre Heimat. Viel mehr haben Flüchtlinge und Asylbewerber nicht dabei. Bevor ihnen der Landkreis eine Wohnung zuweist, muss diese eingerichtet sein. Dafür zuständig ist die Awo.

„Etwa 25 Wohnungen haben wir in diesem Jahr ausgestattet, 140 Asylbewerber hat der Kreis seit Januar aufgenommen“, sagt Awo-Sozialarbeiterin Susanne Seidel, zuständig für Migration. Sie kennt die Menschen, schließt für sie die Wohnungen auf, besucht sie regelmäßig. „Viele sind erstaunt, wenn sie die Wohnung sehen, können kaum glauben, dass diese für sie allein bestimmt ist“, sagt sie.

Die Einrichtung ist spartanisch, ein Katalog gibt strikt vor, was hinein gehört, so Awo-Geschäftsführer Christian Müller. Couch und Tisch im Wohnzimmer. Schrank und Bett in den Schlaf- bzw. Kinderzimmern. Die Zahl der Stühle richtet sich nach der Zahl der Bewohner. Elektrische Geräte, die der Landkreis neu kauft, eine Grundausstattung an Geschirr. Das war es im Prinzip auch schon. Nicht einmal Gardinen gehören dazu.

Um so dankbarer sind die Menschen, wenn die Awo mit weiteren Kleinigkeiten aushelfen kann: Beginnend bei den fehlenden Gardinen, über Decken, Bettlaken, Töpfen, Tellern bis hin zu Kleidung und Handtüchern, listet der technische Bereichsleiter Frank Gaedicke auf. Das Möbellager und die Kleiderkammer freuen sich über jede Spende.

„Möbel holen wir im ganzen Landkreis ab“, sagt Gaedicke. Dazu genüge es, einige Tage vorher bei der Awo anzurufen, damit die Tour geplant werden kann. Nach der Schließung der Möbellager in Wittenberge und Pritzwalk gibt es nur das eine in der Kreisstadt. Eine Selbstanlieferung ist ebenfalls möglich, nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten und Kleinspenden können in allen Awo-Stätten abgegeben werden.

Die Möbel müssen nicht neuwertig sein, aber auch kein Sperrmüll, das Essservice nicht vollständig und die Kleidung nicht modern. Kleine Schäden, wie fehlende Knöpfe oder ein Riss, werden in der eigenen Näherei behoben.

Besonders Kindersachen werden immer benötigt, sagen die Awo-Mitarbeiter: Jacke, Hosen, Spielzeug, Schuhe. Vielleicht sortiere ja jemand etwas daheim aus oder schaffe Platz für das neue Spielzeug zu Weihnachten. „Wir brauchen wirklich alles und wenn es nicht für die Asylbewerber oder Flüchtlinge ist, bekommen es sozial schwache Mitbürger, die ebenfalls unsere Kammern nutzen“, so Frank Gaedicke.


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