Regionalwettbewerb Brandenburg West : Smarter Strom und reines Öl

Mit einem intelligent geschalteten Stromnetz und einer günstigen Methode zur Extraktion von Etherischen Ölen wollen die Gymnasiasten die Jugend Forscht-Jury überzeugen.
Mit einem intelligent geschalteten Stromnetz und einer günstigen Methode zur Extraktion von Etherischen Ölen wollen die Gymnasiasten die Jugend Forscht-Jury überzeugen.

Wittenberger Gymnasiasten fahren mit Informatik- und Chemieprojekt zum Landesausscheid von Jugend forscht

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31. März 2015, 12:00 Uhr

Wenn Alexander Skodda über Smart Grid und Smart-Meter, über die intelligente Verschaltung von simulierten Verbrauchern, realen Stromquellen und Speicherbatterien doziert, hat man eher das Gefühl mit einem Physikstudenten , der vor dem Examen steht, zu sprechen als mit einem Schüler kurz vor dem Abitur.

Skodda ist Mitglied des Teams Mathematik/Informatik, das sich mit seiner Darstellung eines intelligenten Stromnetzes beim Regionalwettbewerb Brandenburg West von Jugend forscht durchgesetzt hat und nun heute und morgen am Landesausscheid in Schwarzheide teilnimmt.

„In unserem Projekt geht es darum, die Netzschaltung zwischen drei Haushalten, von denen einer mit Solarzelle und Speicherbatterie, einer nur mit Solarzelle und einer ohne diese Dinge ausgerüstet ist, so zu programmieren, dass immer der günstigste verfügbare Strom verbraucht wird. Mitunter ist es nämlich günstiger, den selbst erzeugten Solarstrom erst zu speichern und günstige Energie aus dem öffentlichen Netz zu verbrauchen. Steigt der Preis im Netz, wird der Strom aus dem Akku eingespeist und damit Geld verdient“, erklären die Schüler. Das Ziel hätte die Gruppe erreicht, aber es sei schwerer gewesen, als sie es sich es zunächst vorgestellt hätte.

Unterstützung gab es von Physiklehrerin Martina Cohn und von Herbert Postler, der sich als Ingenieur bei der Firma Nass-Schaltanlagen mit derartigen Problemen bestens auskennt. „Er hat uns detailliert die Funktion der elektronischen Bauelemente erklärt, aber die Programmierung haben wir weitgehend selbst realisiert“, sagt Sebastian Gerloff.

Eine zweite Gruppe des Gymnasiums hat sich im Bereich Chemie mit der Konzeption einer günstigen Extraktionsmethode für Etherische Öle beschäftigt. „Die Herausforderung dabei war, jene Öle, deren Dichte nahezu gleich der von Wasser ist, nach der Destillation vom Wasserdampf zu trennen.
„Zunächst haben wir Pflanzen wie Liebstöckel und Kümmel fein gehackt, in Wasser gegeben und aufgekocht“, sagt Alexandra Ruben. Während sich Kümmelöl aufgrund der geringen Dichte absetzt, entsteht bei Liebstöckelwurzel zunächst ein milchiges Wasser-Öl-Gemisch. „Diese Emulsion haben wir dann mit einem speziellen Ether versetzt, der das Öl löst, sodass sich zwei Phasen bilden“, fügt Fina Geißler an. „Die Phase mit dem Öl konnten wir abscheiden und schließlich durch Verdampfen des Ethers das Öl gewinnen.“ Der Bedarf für derartige Verfahren sei da, da aus bestimmten Pflanzen nur sehr geringe Ölmengen gewonnen werden könnten, diese Öle aber vor allem in der Medizin gebraucht würden, fügt Chemielehrerin Bärbel Henning hinzu.
Schließlich haben sich die Schüler auch mit der Restgutverwertung auseinander gesetzt. „Die Recherche ergab, dass Reste von Thymianpflanzen schon jetzt zu Pellets gepresst werden, die man als Fischfutter verwenden kann“, sagt Sebastian Fritsch, der an beiden Projekten parallel mitgearbeitet hat. Dies wäre auch bei Liebstöckelwurzel möglich. Unterstützung erhielt die Gruppe vom Prignitzer Institut für Thermoanalytik, wo sie unter Anleitung von Gertrud May analytische Verfahren kennen lernten und die Labortechnik nutzen konnten.
Nachdem beide Projekte beim Regionalausscheid die Jury überzeugt haben, gehen die Wittenberger Gymnasiasten heute optimistisch in den Vergleich mit den anderen Teams auf Landesebene.
 

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