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Der Prignitzer

25. November 2017 | 10:45 Uhr

Skepsis angebracht

vom

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2007 | 07:27 Uhr

Nordkoreas Diktator Kim Jong Il ist nicht plötzlich ein besserer Mensch geworden. Dass er sich der Welt jetzt als Musterknabe präsentiert, der bis Jahresende sein Atomprogramm beenden will, und eine Erklärung für Frieden und Kooperation mit dem verhassten Süden unterzeichnet, geschieht aus nüchternem Kalkül. Es geht ihm um Prestige, Macht und Geld. Er glaubt in seinem Wahn, mit Südkoreas starkem Verbündeten, den USA, auf Augenhöhe verhandeln zu können. Gewiss, die Regierung in Washington hat mit dazu beigetragen, indem sie Kim einen Friedensvertrag in Aussicht gestellt und ihn durch die Entsendung ihres Chefunterhändlers nach Pjöngjang aufgewertet hat. Zudem gab es viele Dollars. Die sind gut angelegt, wenn sich Kim an die Vereinbarungen hält und auf dem Pfad des Friedens bleibt.

Doch Skepsis ist angebracht. Dass er kein zuverlässiger Verhandlungspartner ist, hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Den Beweis, dass er es diesmal ernst meint, muss er noch antreten. Man kann Kims Politik nicht mit normalen Maßstäben messen. In Nordkorea herrscht keine Normalität. Es herrschen Korruption, Hunger und Verzweiflung. Kim scheint langsam zu begreifen, dass die Abschottung seine Macht gefährden könnte. Dennoch bleibt er gefährlich. Man weiß nie, was er als nächstes ausheckt.

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