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Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 20:45 Uhr

Sisyphusarbeit in Kleiner Prinzenstube

vom

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erstellt am 17.Jan.2012 | 10:34 Uhr

Wolfshagen | Anlässlich des 300. Geburtstages von Friedrich dem II. wird auch das Schlossmuseum Wolfshagen eine Ausstellung präsentieren, nämlich "Die frühe Friedrich-Verehrung, Beispiele aus der Provinz". Eröffnungstermin ist der 25. März. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun, vor allem in der Kleinen Prinzenstube. Dort werden gegenwärtig die Wandmalereien restauriert. Dafür hatte bislang das Geld nicht gereicht. "Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stiftete seinerzeit noch die Restaurierung der Deckenornamente in der Bibliothek, aber die interessantesten Malereien in der Kleinen Prinzenstube waren nur grob gereinigt zurückgeblieben. Sie waren erst während der Bauerei wieder ans Licht gekommen, zwischenzeitlich völlig vergessen gewesen", beschreibt Professor Bernhard von Barsewisch, der Vorsitzende des Fördervereins Schlossmuseum Wolfshagen.

Dabei handelt es sich um recht interessante Malereien, denn "sie stammten alle aus den damals aktuellen Romanen, die mit Stichen von Daniel Chodowiecki illustriert wurden. Der Maler, aller Wahrscheinlichkeit nach Bernhard Rode aus Berlin, ist allerdings mit den Vorlagen sehr frei verfahren", erläutert von Barsewisch. Der Förderverein habe schon lange den Wunsch gehabt, diese auf Putz gemalten Darstellungen "vorsichtig weiter reinigen und behutsam stellenweise retuschieren zu lassen", so der Vereinsvorsitzende. Ganz aktuell sei der Wunsch dann wegen der Friedrich-Darstellung geworden, "da uns für das Fridericus-Jahr 2012 so wichtig ist. Im Todesjahr des Königs 1786 stellte man ihn auf Stichen und Medaillen auch idealisiert als einen jugendlichen antiken Helden mit einer Zackenkrone dar. Eine solche Darstellung wie eine Büste auf einer Konsole findet sich an der Westwand der Kleinen Prinzenstube. Da das Haus 1787 gebaut wurde, finden wir hier also eines der frühesten Denkmäler für Friedrich den Großen, dem später in ganz Preußen viele andere folgten."

Dank einer privaten Spende und Fördermitteln vom Kulturland Brandenburg können die 17 000 Euro für die Restaurierung jetzt aufgebracht werden. Unter der Leitung von Jochen Hochsieder aus Heinrichsdorf bei Neuruppin arbeiten derzeit vier Restauratorinnen - nämlich Ute Gimajew, UlrikeTahl, Judith Seider und Sandra Bothe - in der Kleinen Prinzenstube. Dabei ist zunächst einmal der alte Putz zu sichern, der sich stellenweise schon mehrere Zentimeter gelöst hat, wie Hochsieder deutlich macht. Er wird deshalb schrittweise mit Injektionsmörtel aufgefüllt. Aufwändig, so der Restaurator, sei auch die Entfernung des Ölsockels, der in den 1950er Jahren auf die Wände gemalt worden war, als das ehemalige Herrenhaus als Schule genutzt wurde. Doch einige Restauratorinnen sind auch schon dabei, die Wandmalereien entsprechend frei zu legen. Es handele sich dabei um keine farbigen Gemälde, erklärt Hochsieder. Auch die Originalstiche seien ja nicht farbig gewesen. In welcher Form die Malereien wieder hergestellt werden dürfen, "müssen wir noch mit dem zuständigen Restaurator für Wandmalereien des Landesdenkmalamtes abstimmen", erklärt Hochsieder. Auf jeden Fall sollen die Arbeiten rechtzeitig vor dem Aufbau der Friedrich-Ausstellung abgeschlossen werden, verspricht der Restaurator.

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