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Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 20:49 Uhr

Singer-Nähmaschinen zu verkaufen

vom

svz.de von
erstellt am 19.Jan.2012 | 10:00 Uhr

Wittenberge | In Süden Deutschlands steht ein Haus, das ist bis unters Dach vollgestopft mit Nähmaschinen aller Bauarten und Typen und dazugehörigen Kleinteilen. Das Besitzerehepaar kann sich im wahrsten Sinne kaum noch treten, hat die 80 erreicht und will sich nun von einem Teil seiner in Jahrzehnten zusammengetragenen Sammlung trennen. "Wir hätten die große Chance, Singer-Nähmaschinen und diverses Zubehör zu erwerben. Die Maschinen würden in ihre Produktionsheimat zurückkehren, unsere beachtliche und wertvolle Sammlung weiter komplettieren", sagt Museumschefin Birka Stövesandt.

Sie beriet sich, wie sie gestern auf Anfrage dem "Prignitzer" sagte, mit Siegfried Leppin. Als das Nähmaschinenwerk noch ein produzierender Betrieb war, erarbeitete der Ruheständler seinerzeit als Abteilungsleiter im Bereich Forschung und Entwicklung. Er ist Fachmann, auch was den derzeitigen Museumsbestand an Nähmaschinen betrifft. Sein Rat hätte ihre Überzeugung zum Wert der Sammlung für Wittenberge erhärtet, so die Museumschefin.

Dieser Absicht entgegen steht die wirtschaftliche Situation des Kultur- und Tourismusbetriebes und der Stadt. Eisernes Sparen ist angesagt. "Wir haben einfach nicht das Geld, die Sammlung zu erwerben", sagte der Leiter des Kultur- und Tourismusbetriebes, Hans-Jürgen Döllefeld am Dienstagabend in der Sitzung des Werkaussschusses für den KSTW.

Der Preis "für die aufgearbeiteten Maschinen einschließlich des Zubehörs ist wirklich moderat", sagt die Museumschefin. Denn das Ehepaar, mit dem das Stadtmuseum durch die bundesweit erscheinende Sammlerzeitung "Schlingenfänger" in Kontakt kam, wolle nach eigenem Bekunden mit Veräußerung jenes Geld wieder hereinbekommen, das es für die Anschaffung der mittlerweile aufgearbeiteten Maschinen und der anderen Singer-Stücke bezahlte. Zur Sammlung gehört beispielsweise eine in Wittenberge produzierte Kindernähmaschine noch in Originalverpackung einschließlich Schnittmusterbogen. Auch ein hölzerner Drehstuhl sei dabei. Er gehörte zu jenem Mobiliar, mit dem das Werk zur Eröffnung ausgestattet wurde. "Das sind natürlich Raritäten", sagt Stövesandt. Die Sammlung selbst, Transport, Versicherung, Singer-Sonderausstellung in Wittenberge einschließlich Veranstaltungen dürften rund 10 000 Euro kosten, schätzt Stövesandt. Um die einmalige Chance trotz eiserner Sparpolitik in der Kommune nicht verstreichen zu lassen, verschicken der KSTW bzw. das Museum jetzt mit Einladungen beispielsweise zu Sonderausstellungen auch Bittbriefe um Spenden. Das Geld soll für den Kauf der Singer-Sammlung verwendet werden. Der Kontostand: 260 Euro. Damit lassen sich keine großen Sprünge machen, das weiß Birka Stövesandt. Trotzdem ist sie erfreut: "Ganz normale Bürger haben uns kleine Beträge überwiesen." Das zeige: Dieses Stück Geschichte ist ihnen wichtig.

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